Ladenburg

Ladenburg Zeitplan des Architekturwettbewerbs für die neue Sporthalle ernüchtert den Gemeinderat / Denn eigentlich sollte es bereits nächstes Jahr losgehen

Bagger rollen wohl frühestens im Herbst 2022

Wahrscheinlich wird es Herbst 2022, bis mit dem Bau der neuen Dreifeldsporthalle im Ladenburger Römerstadion begonnen werden kann. Und das gilt noch als „optimistische“ Kalkulation von Planer Thomas Grüninger (Darmstadt), der gemeinsam mit seiner Kollegin Regine Kirves den Architekturwettbewerb und das Vergabeverfahren für die Stadt koordiniert.

Bei diesem Thema ging es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch fraktionsübergreifend nur noch um diese Frage: Wie lässt sich alles beschleunigen? Immerhin war ja einmal von einem Baubeginn im kommenden Jahr die Rede.

Zunächst erläuterten die beauftragten Architekten das aufwendige Prozedere des europaweit auszulobenden Wettbewerbs mit bis zu 20 Teilnehmern unter der Devise „Auf der Suche nach der allerbesten Lösung“, die Architekt Grüninger ausgab. Anschließend brachte es SPD-Rat Bernd Garbaczok auf den Punkt: „Der Zeitplan ernüchtert mich. Wann rollen die Bagger an? Die Leute warten auf diese Sporthalle.“

Wie Grüninger daraufhin weiter vorrechnete, stehe voraussichtlich bis Juni 2021 ein Auftragnehmer fest. „Wenn der schnell ist, könnte der Bauantragsplan bis Ende 2021 fertig sein.“ Es könne bis Herbst 2022 dauern, alles weitere unter Dach und Fach zu bringen.

„Von uns aus können wir sofort loslegen“, versicherte Grüninger. Doch während der Diskussion wurde klar, dass das Gremium hinter den Kulissen unter anderem noch uneins ist über Längs- oder Querausrichtung und Energiestandard der künftigen Halle. „Wir sollten die Sommerpause dazu nutzen, ein großes Stück vorwärts zu kommen“, fand Jennifer Zimmermann (Grüne).

Offene Fragen klären

Ihren Vorschlag will Bürgermeister Stefan Schmutz prüfen. „Wir sollten unsere Diskussion beenden und uns möglichst schnell Zeit nehmen, um unsere Hausaufgaben zu machen und den Prozess starten zu können“, so Schmutz. Zugleich warb er um Geduld („Gebaut ist schnell, die Halle soll aber lange halten“) und um Verständnis: Auch Corona habe Zeit gekostet.

„Mir dauert das zu lange“, betonte Steffen Salinger (SPD). Er brachte alternativ eine so genannte Mehrfachbeauftragung ins Spiel und bat Grüninger um einen „Katalog der möglichen Verfahren mit allen Vor- und Nachteilen“.

Dass die Lobdengauhaulle, wo diese Sitzung Corona-bedingt erneut stattfand, sanierungsbedürftig sei, erhöhe den Zeitdruck. „Ich möchte eine Zeit ohne Halle in Ladenburg nicht wieder erleben“, erinnerte Salinger an die Schließung der Sportstätte zur Dachstabilisierung vor vier Jahren, die den herrschenden Mangel an Indoor-Trainingsplätzen verschärft hatte. 

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