Ladenburg

Ladenburg Haltestelle Carl-Benz-Platz wird barrierefrei umgebaut / Einschränkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer

Bahnhofstraße im Sommer gesperrt

Archivartikel

„Da kommen schöne Erinnerungen hoch.“ Hans-Joachim Hauss freut sich über die geplante Baustelle vor seinem Anwesen, obwohl er als Anwohner der Bahnhofstraße von den Auswirkungen im Zusammenhang mit der geplanten städtischen Baumaßnahme direkt betroffen ist: Hauss arbeitete früher selbst im Bauwesen, zusammen mit seiner Frau Helga kamen er als die beiden einzigen Besucher zu der Anwohner-Informationsveranstaltung ins Ladenburger Rathaus.

Als „kleine, aber wichtige Baumaßnahme“ bezeichnete Bürgermeister Stefan Schmutz den barrierefreien Umbau der Haltestelle Carl-Benz-Platz in der Bahnhofstraße. Das Personenbeförderungsgesetz zwinge die Kommunen bis 2022, alle Haltestellen barrierefrei umzubauen, so dass Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen, aber auch Fahrgäste mit einem Kinderwagen die Haltestelle problemlos benutzen können. Mit den am stärksten frequentierten Haltestellen fängt die Stadt nun an, und wenn alles klappt wie geplant, dann wird in den Sommerferien die Haltestelle in der Bahnhofstraße umgebaut – und dabei gibt es Einschränkungen für Anwohner und Verkehrsteilnehmer.

Zwei Parkplätze entfallen

Denn die Haltestelle wird nicht nur um 18 Zentimeter angehoben und mit Bodenindikatoren sowie Kontrastelementen ausgestattet, die Haltestelle wird auch verlegt, wie der MVV Regionalplaner und Bauleiter Gregor Völker zusammen mit Bauamtsleiter André Rehmsmeier ausführte: Die Haltestelle wird weiter in die Bahnhofstraße hinein verlegt, weiter weg vom Carl-Benz-Platz.

Die derzeitige Haltestelle in Richtung Ilvesheim bezeichnete Völker als Provisorium: „Bei viel Verkehr kommt es zu Problemen.“ Für die Neubauten verliert die Stadt zwei Parkplätze und auch das überdachte Wartehäschen mit der Sitzbank.

Vier Wochen sollen die Baumaßnahmen dauern, und in dieser Zeit wird die Bahnhofstraße für den Verkehr voll gesperrt sein.

„Schön!“ freute sich Anwohnerin Helga Hauss über diese Ankündigung von nächtlicher Ruhe, obwohl sie tagsüber einigen Baulärm und auch Erschütterungen ertragen muss: „Es können Bilder von der Wand fallen, Vasen können durch die Erschütterungen wandern, und das Klavier kann verstimmen“, erklärt Völker. Im Allgemeinen sei mit solchen Folgen jedoch nicht zu rechnen, beruhigt er.

Die Vollsperrung der Bahnhofstraße betrifft nur den motorisierten Verkehr, der örtlich umgeleitet wird. Fußgänger können weiterhin die Baustelle passieren. Die Parkplätze im weiteren Bereich der Baustelle stehen während der Baumaßnahmen nicht zur Verfügung, Zufahrten zu den direkt an der Baustelle liegenden Grundstücken sind ebenfalls nicht möglich. „Für den Zugang zu den Läden müssen wir uns noch was überlegen“, so Völker.

Da die Müllabfuhr während der Vollsperrung nicht in den Bereich fahren kann, sollen die Bauarbeiter die Mülltonnen an die nächstgelegenen Straßenkreuzungen schieben: „Wir haben dann Vollservice“, kommentierte Helga Hauss diese vorteilhafte Regelung.

„Wir wollen die Anwohner beteiligen“, so Völker, der als Bauleiter während der Baumaßnahme bisweilen auch vor Ort anzutreffen ist. Wenn es während der Bauarbeiten ein Anliegen geben sollte, bittet er darum, umgehend ihn oder die Bauarbeiter darauf anzusprechen.

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