Ladenburg

Ladenburg Ehepaar Denise und Ewald Blümmel feiern heute Goldene Hochzeit

Bei der Kirmes in Frankreich hat es „gefunkt“

Es war 1965 in Frankreich, genauer in der Auvergne: Anlässlich der Kirmes im Örtchen Le Mayet bei Vichy plant eine Gruppe junger Frauen, auf dem Dorfplatz mit Gesang und Tanz eine Hochzeit nachzuspielen. Doch es fehlt an einem geeigneten jungen Mann für die Bräutigam-Rolle. Zum Glück ist gerade eine Gruppe des Internationalen Bauordens zur Kirchenrenovierung in der Gegend. Denise, die die Braut darstellen soll, darf wählen. Ewald aus Deutschland, ein junger Lehrer, der auch noch französisch spricht, gefällt ihr gleich.

So beginnt der gemeinsame Lebensweg des Ladenburger Ehepaars Blümmel. „Da hat es gefunkt“, erzählt Denise Blümmel lächelnd. Heute vor 50 Jahren gab sie ihrem Ewald auch im echten Leben das Ja-Wort. Sein Zwillingsbruder Albin, heute Pfarrer in Rheinfelden, hat sie in Forst vermählt. Es war eine Doppelhochzeit. Leider starb die Frau des dritten Blümmel-Bruders Eberhard, der mit den Zwillingen in Schriesheim aufwuchs, vergangenes Jahr. „Wir haben deshalb überlegt, ob wir überhaupt Goldene Hochzeit feiern“, erklärt Ewald Blümmel. Jedenfalls trifft sich morgen der engste Kreis um die Söhne Stephan, Jacques und Christian, darunter zwei Enkelkinder. Heute Vormittag überbringt Bürgermeister-Stellvertreterin Gudrun Ruster zunächst die Glückwünsche und das Geschenk der Stadt Ladenburg.

In die Römerstadt kam das Paar in seinem Hochzeitsjahr 1968. Der jungen Französin fiel es anfangs nicht leicht, den Ladeberjer Dialekt zu verstehen. Zum Glück liebte Ewald Blümmel auch ihre Muttersprache so sehr. „Schon immer: Ich mag das Melodische daran und hatte gute Lehrer, vor allem Lehrerinnen“, erklärt er schmunzelnd. Blümmel machte Abitur in Weinheim und besuchte zuvor das Ladenburger Progymnasium in demselben Gebäude, wo er nach ersten Berufsjahren in Kirrlach 1967 als Lehrer anfing und 2005 als Leiter der damaligen Sickingen-Schule seine Laufbahn beendete.

Ihre gemeinsame Berufung fanden Ewald und Denise Blümmel im Partnerschaftsverein Garango-Ladenburg: Beide gehörten 1982 zur ersten Besuchsdelegation in dem Dürregebiet im frankophonen Westafrika - „dank örtlicher Stützen als Partner, nicht als Geldgeber“, betonen sie. In ihrer aktiven Zeit entstanden dort allein 17 Schulen. Zeitweise gab es 1700 Patenschaften. Blümmel wurde am Ende seiner Amtszeit 2012 zum Ehrenvorsitzen ernannt und erhielt 2013 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

„Garango hat unser Leben positiv geprägt“, sagt Denise Blümmel. Das Engagement hat nicht nur das Paar zusammengeschweißt: „Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe für Ladenburg, die viele Gräben überwindet“, so Ewald Blümmel. pj