Ladenburg

Ladenburg 13. Kurpfälzer Regionalmarkt lockt Radtouristen aus Sachsen-Anhalt an und begeistert die Besucher / Anbieter abgesprungen, neue dazu gekommen

Besuch kommt sogar aus Sachsen-Anhalt

Archivartikel

“Wir sind auch ökologisch wertvoll“, sagt Heike Müller und lacht. Sie ist die „Reiseleiterin“ von fünf Ehepaaren aus dem Rohnetal in Sachsen-Anhalt, die zurzeit mit Elektrofahrrädern unterwegs sind. Von ihrer Unterkunft in Neustadt an der Weinstraße aus erkunden die „Speichenquäler“, wie sich der Freundeskreis nennt, die Region und legen jetzt auf dem Kurpfälzer Regionalmarkt eine Rast ein.

Regionalmarkt seit 2006

Zum 13. Mal hat die Initiative „Bürger für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz“ (BürGenLand) auf die Festwiese eingeladen. Der Erzeugermarkt steht seit 2006 unter dem Motto „Gentechnikfrei genießen – landwirtschaftliche Produkte aus der Region für die Region“. Dass der aus Protest gegen Genmais-Anbauversuche auf örtlichen Feldern gestartete Markt einmal sogar Touristen aus Sachsen-Anhalt anlocken würde, hätte sich das Team um den heutigen Grünen-Stadtrat Alexander Spangenberg anfangs sicher nicht träumen lassen.

„Wir sind begeistert, denn industrielle Landwirtschaft ist nicht unser Ding: Wir schätzen heimische Produkte“, sagt „Speichenquälerin“ Müller, die jährlich eine Reiseregion zum Radeln auswählt. Nach Heidelberg am Vortag habe auch Ladenburg ihre Gruppe überzeugt. Das zaubert Spangenberg ein Schmunzeln aufs Gesicht. Dabei sind ihm inzwischen zwei örtliche Anbieter abhandengekommen. „Das ist bedauerlich, weil es attraktive Stände waren“, sagt er und ergänzt: „Es ist aber auch verständlich, weil sie auf dem Markt in Heidelberg mehr Umsatz machen.“

Raritäten und Ladenburger Bier

Von Anfang an dabei ist dagegen der Ladenburg-Neuzeilsheimer Landwirt Dieter Hege mit seinen Hofladenprodukten. Zwei neue Angebote auf dem Markt macht die Initiative „Landschaften schmecken“: „Wir finden für unsere Kunden bei Bauernhöfen und Metzgern Lebensmittel, die zusatzfrei handgefertigt sind und gut schmecken“, heißt es am Stand. Das sind Raritäten wie die traditionell hergestellte, luftgetrocknete „Ahle Wurscht“ aus Nordhessen; angeboten werden auch verschiedene alte Saatsorten, die von großen Firmen nicht mehr vermehrt werden und deren schmackhafte Früchte die Artenvielfalt erhalten.

„Ich interessiere mich für das außergewöhnliche Angebot und schaue mir alles an“, sagt Giersch-Limonadefreund Joachim Weber. Davyd Schmidt sagt, er habe „realisiert, wie wichtig Bio ist“: Bei Imker Marc Hagemeier (Zwingenberg) kauft der Lehramtsstudent und christliche Liedermacher Vanille- Honig.

Besucherin Petra Pindris wird am Ende ebenfalls fündig: „Mein Mann möchte ein Ladenburger Lobdengau-Bier trinken, und ich suche etwas Außergewöhnliches zum Essen.“ Bei der erstmals vertretenen Kartoffelbäckerei „Knolle Company“ (Waldbrunn) findet die Frau am Ende etwas genau nach ihrem Geschmack. pj