Ladenburg

Biber, Boot und Bildergeschichten – Grafiker Hannes Mercker hat Ladenburg humorvoll ins Bild gesetzt

Archivartikel

Ein breit grinsender Biber hat gerade einen Baum zur Strecke gebracht, daneben entsteht eine kunstvolle Sandburg, und ein paar Schritte neben dem Bury-Objekt sieht man zwei Säuglingsmütter bei Turnübungen: Szenen aus der Römerstadt, die der Illustrator Hannes Mercker im Bild festgehalten hat. Sein neuestes, detailverliebtes Wimmelbild ist eine Auftragsarbeit für die Stadt Ladenburg, die Bürgermeister Stefan Schmutz jetzt vorstellte. Selbst Vater, hat er jede Menge Erfahrung mit dem Bilderbücher-Gucken und weiß um die Geschichten, die die bunten Abbildungen mitunter erzählen. Auch im Falle des Ladenburg-Bilds gibt es die; allerdings stammen sie nicht aus der Feder eines Autors. Vielmehr, sagt Schmutz, hätten bei der Themenauswahl die Einwohner Regie geführt. Vieles von dem, was sie in der Bürgersprechstunde vorbringen, hat Eingang in das Werk gefunden. Baulärm und Nilgänse, Strafzettel und Neubaugebiete haben es ins Bild geschafft. Im Römerstadion wird gekickt, während sich auf der Neckarwiese ein ganzes Küchenteam um einen Grill versammelt und ein Maulwurf gerade einem imposanten Erdhügel entsteigt. Davor erinnert ein Kahn mit schwerer Schlagseite an die Drachenbootrennen, hinten links fällt der Blick auf die bereits fertig gestellten Martinshöfe. „Ich finde, das Bild ist sehr gelungen“, lobt Schmutz: Der Wiedererkennungswert sei hoch, was die Grafik zu einem weiteren Baustein für das Stadtmarketing mache. Auch wenn Mercker seine Geschichten nach Erlebnissen der Ladenburger Einwohner erzählt, so kennt der gebürtige Oldenburger die Region doch bestens: Acht Jahre lang lebte er in Mannheim und arbeitet auch für den „MM“, bebildert etwa die Silvester-Ausgaben. 2008 machte sich der studierte Pädagoge als Cartoonist und Karikaturist selbstständig. Seine Arbeitsweise ist eine Mischung aus Zeichnung und digitaler Bearbeitung: Erst wird alles mit Bleistift angelegt, dann zeichnet Mercker die Konturen mit Fineliner, bevor er alles am PC einscannt und koloriert. Bereits mehrfach wurde der im Schwarzwald lebende Künstler für den Deutschen Cartoonpreis nominiert und stand schon dreimal auf der Shortlist des Deutschen Karikaturenpreises. Bald kann man seine fein gezeichneten, humorvollen Szenen in vielfältiger Weise genießen. Noch vor dem Weihnachtsgeschäft soll nämlich ein „Wimmelbuch“ erscheinen, und auch Puzzle oder Tassen mit den Motiven sind dann zu haben. stk (bild: Hannes Mercker)

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