Ladenburg

Ladenburg Empore der evangelischen Stadtkirche mangels Fluchtwegen bald nicht mehr nutzbar / Pfarrer David Reichert sucht Gespräch mit Veranstaltern

Bis auf Weiteres Sicherheitswachen als Lösung

Schlechte Nachricht für viele Kulturschaffende in der Region: Mit Beginn des Jahres 2019 steht die Empore in der evangelischen Stadtkirche Ladenburg aller Voraussicht nach höchstens noch bei religiösen Veranstaltungen zur Verfügung, aber nicht mehr bei Konzerten und ähnlichen kulturellen Ereignissen. Bis es soweit ist, gilt eine Übergangsregelung, falls mit Besucherandrang zu rechnen ist. So viel kann Pfarrer David Reichert derzeit schon sagen. Denn schriftlich liege ihm nichts vor. Jedoch habe der Brandschutzbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises im März bei einer Begehung festgestellt, dass die Empore nicht sicher sei, weil weitere Fluchtwege fehlten.

Auf Anfrage dieser Zeitung betont ein Sprecher: „Das Landratsamt hat keine Verfügung erlassen, die Empore zu schließen.“ Doch seien nicht-religiöse Veranstaltungen eben der Versammlungsstätten-Verordnung unterworfen und deren Vorschriften gegebenenfalls durch entsprechende Verfügungen durchzusetzen. Gottesdienste fielen nicht darunter. Ob die Verletzung brandschutzrechtlicher Bestimmungen möglicherweise ausgeglichen werden könne, sei im Einzelfall zu prüfen. Eine bis Ende dieses Jahres verabredete Zwischenlösung hat beim beim jüngsten Konzert des Corelli-Ensembles aufgrund von Missverständnissen offensichtlich nicht funktioniert.

Wie es auch bis auf Weiteres bei größeren Anlässen geplant ist, hätte die Freiwillige Feuerwehr eine Sicherheitswache stellen sollen. Dies habe man der Stadtverwaltung als Veranstalterin vorher mitgeteilt, so Reichert, der bei dem Konzert nicht zugegen war. Als kein Brandschützer vor Ort gewesen sei, hätten die Verantwortlichen die Empore sicherheitshalber schließen lassen. „Musiker und Gäste waren nicht amüsiert von dieser bedauerlichen Premiere“, weiß Reichert. Er selbst werde als Hausherr die Verantwortung für den Ernstfall künftig jedoch auch nicht übernehmen. „Um dauerhaft Abhilfe zu schaffen, müssten wir auf jeder Seite der Empore außen an der Kirche einen zusätzlichen Abgang als Fluchtweg anbringen, was vor allem wegen des Denkmalschutzes, aber darüber hinaus auch aus finanziellen Gründen der Gemeinde nicht möglich ist“, stellt Reichert fest.

Fürs Kulturelle bedauerlich

Auf jeden Fall wolle die Kirchengemeinde das Gotteshaus weiter vermieten. Dies bringe nicht zuletzt auch Einnahmen. „Doch in erster Linie ist die bald nur noch eingeschränkt mögliche Nutzung für das kulturelle Leben bedauerlich“, sagt der Pfarrer, der um die Raumnot in der Stadt weiß. Nun will er mit regelmäßigen Nutzern das Gespräch suchen. Letztlich muss laut Landratsamt die Kirchengemeinde entscheiden, welche Veranstaltungen sie in welchem Rahmen zulässt und ob sie die Baurechtsbehörde vor dem Hintergrund, Restriktionen befürchten zu müssen, hierüber überhaupt informiert. Ob sie die Empore künftig auch bei Gottesdiensten sperre, liege ebenso alleine in deren Verantwortung.