Ladenburg

Ladenburg Gemeinderat stimmt Bebauungsplan für „Haus Mirabelle“ zu / 30 Kinder sollen im Bereich Hockenwiese in Containern unterkommen

Bläß: „Es bleibt uns nichts anderes“

Archivartikel

Das Thema Kindergärten und Schulen nahm auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung den meisten Raum ein. Zum einen billigte die Bürgervertretung den Bauantrag zur Aufstellung von Containern auf dem Areal Hockenwiese 1 bis 3, um hier einen zweizügigen Kindergarten übergangsweise unterzubringen. Auch die Vergabe der Rohbau- und Abbrucharbeiten zur Erweiterung der Astrid-Lindgren-Grundschule erfolgte einstimmig. Und schließlich akzeptierte der Gemeinderat für das Projekt „Stationäre Jugendhilfe – Haus Mirabelle“ unter anderem den überarbeiteten Bebauungsplanentwurf.

Momentan müsse die Verwaltung bei Anfragen zu Krippen- und Ganztagsplätzen sagen, dass es keine freien Kapazitäten gebe, so Bürgermeister Stefan Schmutz. Die Eltern könnten aber nicht auf massive Gebäude warten, deshalb möchte die Stadt auf den beiden städtischen Grundstücken an der Hockenwiese 1-3 mehrere Container aufstellen. Unterkommen sollen hier eine Krippengruppe für zehn Kinder und eine Ganztagsgruppe für 20 Kinder. Als Träger ist Postillon e. V. vorgesehen, ein Verein, der unter anderem bereits eine Kinderkrippe in Schriesheim betreut.

Provisorium reicht nicht

„Wir sind sicher, dass wir damit keine Überkapazitäten schaffen“, fuhr der Bürgermeister fort. Denn das Provisorium werde nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken. Nach Fertigstellung des Neubauprojekts in der Breslauer Straße, spätestens Anfang 2021, sollen die Container wieder abgebaut werden. Falls sie aber länger als zwei Jahre benötigt werden, denkt die Stadt über einen Kauf nach, erklärte Liegenschaftsmanager Götz Speyerer. Denn die Miete für zwei Jahre schlägt mit rund 130 000 Euro zu Buche, der Kauf mit 260 000 Euro.

CDU-Sprecher Günter Bläß zeigte sich nicht begeistert von den Containern: „Aber es bleibt uns nichts anderes.“ „Wir sind darauf angewiesen“, meinte Angelika Gelle (SPD). Sie plädierte für den Kauf der Container, um sie bei eventuellen Engpässen in der Nordstadt einsetzen zu können. Ähnlich sah es Ursula Völkel (FDP): „Wir sollten die Container kaufen, um flexibel zu sein.“ In der Nordstadt habe die Verwaltung bereits ein Grundstück für eine Betreuungseinrichtung im Auge, erwiderte Stefan Schmutz: „Wir wollen in diesem Jahr einen gehörigen Schritt nach vorn machen.“

Rohbau- und Abbrucharbeiten zur Erweiterung der Astrid-Lindgren-Grundschule werden teurer als veranschlagt – 699 000 Euro statt 450 000 Euro. Gründe dafür sind eine stabilere Fundamentierung sowie die Vorbereitungsarbeiten zum Aufbringen einer Solaranlage. Trotzdem, so Götz Speyerer, bleibe man im Kostenrahmen von 1,6 Millionen Euro für das Projekt, das in zwei Jahren abgeschlossen sein soll. Der Beschluss fiel einstimmig.

Desolater Zustand

Das Haus Mirabelle der AWO, das stationäre Jugendhilfe anbietet, soll erweitert werden. Das Heim befinde sich in einem desolaten baulichen Zustand und entspreche nicht mehr den aktuellen Anforderungen, ist den Verwaltungsunterlagen zu entnehmen. Deshalb wurde beantragt, zwei Gebäude zu sanieren, eins davon zu erweitern sowie ein neues zu errichten.

Die Bürgervertretung billigte das Vorhaben, beschloss den überarbeiteten Bebauungsplanentwurf und die Anordnung der Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange sowie die öffentliche Auslegung.

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