Ladenburg

Ladenburg Beliebter Glashaus-Kunstmarkt steht wegen zu viel Aufwand und Auflagen vor dem Aus / Grünstädterin kündigt Hilfe an

Bleibt ARTenVielfalt auf der Strecke?

Ist nach 14 Jahren Schluss mit der ARTenVielfalt im Glashaus am Ladenburger Reinhold-Schulz-Waldpark? Zumindest die sechs Frauen, die den beim Zielpublikum überaus beliebten Kunst- und Kunsthandwerkmarkt zuletzt organsierten, erklärten bei der elften Auflage am vergangenen Wochenende, dass dieser zum letzten Mal stattfinde. „Es fehlt einfach altersbedingt die Energie und wir merken, dass wir es nicht mehr so gut schaffen“, sagt Elke Friedrich-Albiez (Dossenheim) als Mitinitiatorin von 2004.

21 Aussteller

„Zumal bürokratischer Aufwand und Auflagen ständig zunehmen“, erklärt die Ladenburgerin Elke Weiser. Neben den beiden gehörten Renata Boström, Kathrin Deichen, Ingrid Karll und Margit Uhlmann zum Team der Organisatorinnen. Alles selbstgemacht, nichtkommerziell, kreativ, originell, ökologisch: Das waren Markenzeichen dieses kleinen, liebenswerten Basars vor wild-romantischer Kulisse. Dieser hatte diesmal auch mit tropischer Hitze zu kämpfen, die das Glashaus zur Qual machte. So war der erste Tag äußerst schwach besucht. Der Sonntag lief zufriedenstellend, aber nicht so gut wie sonst. „Viele der diesmal 21 Aussteller und Besucher sagen: Das könnt Ihr doch nicht machen, aber wir bekommen immer mehr Steine in den Weg gelegt, und es ist niemand in Sicht, der es übernehmen will“, bekräftigt Keramikkünstlerin Friedrich-Albiez die Entscheidung „ARTenVielfalt“ aufzugeben.

„Solche kleinen Veranstaltungen auf ehrenamtlicher Basis werden zunehmen erschwert“, führt Weiser aus. So habe sie diesmal der Initiative im Waldpark als der Hausherrin eine Organisationshaftpflicht nachweisen sowie erstmals eine Schankerlaubnis beantragen müssen. Alles sei kostenpflichtig und müsse erwirtschaftet werden, was nicht einfach sei. Auch das Aufhängen von Plakaten werde immer schwieriger. Schon beim diesjährigen Frühlingskonzert der örtlichen Stadtkapelle habe ein von der Stadt bestellter Kontrolleur für Extraaufwand bei der Bestuhlung gesorgt. „Solche Sicherheitsauflagen kommen sicher auch auf uns zu“, ist Friedrich-Albiez überzeugt. Sie sieht keine andere Lösung, als die Reißleine zu ziehen.

Ambiente im Grünen ist einmalig

„Das ist der totale Mist“, zeigt sich Claudia Graszek („Planschpraliné“) schockiert. Die langjährige Ausstellerin: „Das ist doch mein schönster Markt: Das Ambiente im Grünen einmalig, das Publikum interessiert und das Organisationsteam supernett“. Spontan kündigte sie an, eventuell in die Bresche zu springen: „Vielleicht mache ich das dann, jedenfalls ist das letzte Wort für mich noch nicht gesprochen.“ Obendrein bangt die Grünstädterin auch wegen einer neuen EU-Verordnung um die Zukunft ihrer natürlichen Badezusätze. Auch Albert Klar-Bauder von der Waldparkinitiative will sich ein Konzept überlegen, wie die Veranstaltung weitergeführt werden könnte. pj