Ladenburg

Ladenburg Tag der Feuerwehr mit Hunderten von Besuchern auch aus der Umgebung / Jugend demonstriert Stand ihrer Ausbildung

„Brauchen dieses Ehrenamt zu unserer Sicherheit“

Archivartikel

„Wir sind wegen ihm hier“, sagt Daniela. Die Mutter des zweijährigen Finnian zeigt dabei schmunzelnd auf ihren Sohn. „Er liebt alles, was mit Feuerwehr zu tun hat“, bestätigt Papa Kevin aus Ilvesheim. Aus der ganzen Umgebung sind bei spätsommerlichem Wetter am Sonntag Hunderte zum Tag der Feuerwehr nach Ladenburg geströmt. Auch für Vincent aus Leutershausen ist ein Abstecher Pflicht, um ehrfürchtig Feuerwehrautos zu bestaunen und an der Kinderstation mit Feuereifer am Löschrohr zu stehen.

Der Dreijährige besucht nämlich seine Oma in der Römerstadt. „Wir finden es wichtig, die Freiwillige Feuerwehr zu unterstützen, denn wir brauchen dieses Ehrenamt zu unserer Sicherheit“, findet Vincents Ur-Oma Ellen, die beim Rundgang ebenso dabei ist. „Man spürt wohltuend, dass sich die Bevölkerung mit uns verbunden fühlt“, sagt Vizekommandant Markus Wolf. Bei dem Aktionstag könne man sich in lockerem Rahmen präsentieren sowie Rede und Antwort stehen. „Für was braucht man was? Und kostet ein Ausrücken der Feuerwehr den Anrufer etwas?“: Dies seien häufig gestellte Fragen. Wolf erläutert stets, dass nur böswillige Fehlalarmierungen oder so genannte Scherze für Privatleute teuer werden könnten. Grundsätzlich gelte, dass Einsätze zur Rettung von Menschen in der Regel von der Allgemeinheit getragen werden.

„Wir sind zufrieden: Es lief richtig gut“, sagt Wolf über die diesjährige Traditionsveranstaltung, die stets 14 Tage nach dem Altstadtfest eine wichtige Einnahmequelle darstellt. Erneut haben sich die Feuerwehrleute auch richtig ins Zeug gelegt. Das lässt sich sogar schmecken: Insgesamt 200 Liter Florianseintopf, aufwändig nach einem geheimen Rezept vor- und zubereitet von mehreren Aktiven aus der Küchenbrigade, sind Portion für Portion bald ausgelöffelt. Wie immer sorgt die Stadtkapelle Ladenburg musikalisch für gute Laune. Einen weiteren Höhepunkt stellt der inszenierte Löschangriff der Jugendabteilung dar: Mit Blaulicht rücken acht Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren an. Silas Wolf (16) verschafft sich als Gruppenführer bei dieser Vorführung einen Überblick. Der erfahrene Aktive Josef Karlberger moderiert das Manöver: Mit zwei Rohren rückt der Nachwuchs dem simulierten Brand in der Waschhalle zu Leibe.

30 Mitglieder

„Wir demonstrieren damit den Ausbildungsstand unserer insgesamt rund 30 Mitglieder“, sagt der 23-jährige Marc Schuff als einer der Jugendleiter. „Es ist sehr gut für uns, dass jetzt ein zweiter Mannschaftstransportwagen angeschafft werden konnte, weil das unseren Übungsbetrieb erleichtert“, sagt Schuff auf Nachfrage. Später am Nachmittag zeigen die Aktiven, wie ein Unfall mit Gefahrgut unter Einsatz von Chemieschutzanzug und Atemschutz bewältigt wird. „Solche Tage der offenen Tür sind insgesamt zunehmend wichtig, um zu verdeutlichen, wie Freiwillige Feuerwehren organisiert sind, nämlich von Bürgern für Bürger“, sagt Elmar Bourdon. Der Kommandant der Ilvesheimer Brandschützer macht sich als Besucher ein Bild. „Es ist sehr gut besucht, und es gibt ein tolles Angebot“, fasst er seinen Eindruck zusammen. Mit Blick auf das derzeit entstehende Wohnquartier der „Martinshöfe“ gegenüber der Feuerwache stellte Bourdon fest: „Gerade Neubürger aus dem städtischen Raum sind mit dem Konzept der ältesten Bürgerinitiative der Welt oft nicht vertraut.“

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