Ladenburg

Ladenburg Evangelische Kirchenorgel bald erstmals mit neuer Setzeranlage zu hören / Gottesdienst und Konzert zur Einweihung

Dank Spendern „so gut wie keine Kosten“ für Gemeinde

Der 28. Oktober dieses Jahres ist ein besonderes Datum für die evangelische Kirchengemeinde in Ladenburg: An jenem Sonntag soll nämlich die frischrenovierte Orgel mit der neuen Setzeranlage nach mehrmonatigen Arbeiten erstmals wieder den morgendlichen Gottesdienst begleiten. Organistin Gisela Schäffer hat die Stücke dafür schon ausgewählt und freut sich sichtlich auf diese Premiere: „Die Vorfreude ist groß.“ Abends kommt es dann zu einem einweihenden Orgelkonzert mit dem Dossenheimer Kirchenmusikdirektor Paul Hönicke. Der Eintritt ist frei.

„Damit wollen wir unseren großen Dank an die Spender ausdrücken, die den Einbau der Setzer-Anlage überhaupt ermöglicht haben“, sagt Pfarrer David Reichert beim Pressetermin vor Ort und strahlt. „Es ist wirklich toll“, schwärmen Reichert und Schäffer abwechselnd von der nun geschaffenen Möglichkeit, 1512 Kombinationen der rund 30 Register und Koppeln so zu speichern, dass sie mit einem Knopfdruck abrufbar sind. Dadurch lasse sich der Klang des Instruments jeweils schnell und sicher verändern.

Wie der „Mannheimer Morgen“ zu Beginn der Arbeiten bereits ausführlich berichtete, hatten Schäffer und ihr damaliger Stellvertreter Bernd Kreissig diese Renovierung mit einer Spendenaktion ab 2015 im Wesentlichen initiiert. Inzwischen befindet sich der studierte Theologe Kreissig in der Ausbildung zum Pfarrer in Weinheim. Doch die Walcker-Orgel von 1959, die bereits 2000 von der Firma Lenter gründlich überholt wurde, liegt dem Ladenburger weiterhin am Herzen. Bis das renovierte Instrument wieder zu hören ist, stimmt es nun noch Gerhard Lenter, der Seniorchef der Orgelbaufirma aus Sachsenheim bei Ludwigsburg. „Er ist ein hervorragender Intonateur mit einem guten Ohr und überhaupt hat die Firma Lenter ganz tolle Arbeit geleistet“, sagt Schäffer.

„Die modernisierte Orgel stellt für unsere Kirchengemeinde und sicherlich auch für das kulturelle Angebot unserer Stadt einen Hinzugewinn dar, weil sie nicht nur die Möglichkeiten der Musik im Gottesdienst erweitert, sondern auch so attraktive Konzertangebote ermöglicht wie das mit Paul Hönicke“, sagt Reichert. Mehrfach hob er die beiden Ideengeber ebenso hervor wie die Spender. Bei Benefizkonzerten unter anderem mit dem Kammerchor Mannheim, Professor Hermann Schäffer und 25 Ladenburger Musikern zugunsten der Orgelrenovierung (2016) sowie bei Familienfesten waren rund 20 000 Euro zusammengekommen.

Zahlreichreiche Ausbesserungen

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 50 000 Euro. Die Landeskirche trägt einen wesentlichen Teil. Denn bei den aktuellen Vorbereitungen zum Einbau der Setzer-Anlage stellten die Fachleute fest, dass die Elektrik nicht mehr den Vorschriften entspricht. Diese war also sowieso zu erneuern, ebenso wie nun nach und nach auch bei vielen weiteren Orgeln im Gebiet der Landeskirche. „An der Gemeinde bleibt so gut wie nichts hängen“, teilt Reichert mit. Es sei erstaunlich, mit wie viel Engagement sich die Gemeinde diesem Projekt gewidmet habe. Als Zeichen des Dankes gebe es das Konzert. Bis dahin sollen auch die umfangreichen Ausbesserungsarbeiten an Türen, Fenstern, Fassaden und Schalllamellen im Glockenturm fertig sein.

Zur Aufführung bringt Kirchenmusikdirektor Hönicke am Sonntag, 28. Oktober, um 19 Uhr unter anderem „Fantasie G-Dur BWV 572“ (Joh. Seb. Bach), Variationen über das Niederländische Lied (Samuel Scheidt) sowie die moderne „Suite Carmélite” (Jean Françaix). Der Musiker lebt in Dossenheim. 1953 in Ulm/Donau geboren, studierte Hönicke zunächst Kirchenmusik in Esslingen/Neckar. Sein Orgeldiplom schloss er mit „sehr gut“ ab und studierte bei Professor Hans Haselböck an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Es folgte ein Studium der Kirchenmusik in Trossingen. Hönicke war Zweiter Organist am Ulmer Münster, Kantor und Organist an der Stadtkirche in Ehingen/Donau und Graz, Diözesankantor für Steiermark und Kirchenmusiker in Lyngdal (Norwegen).