Ladenburg

Ladenburg Die THW-Männer Manuel Schwindt und Kevin Einsmann berichten über ihren Einsatz beim Moorbrand in Meppen

Dankbarkeit der Bevölkerung beflügelt

Archivartikel

„Wir sind glücklich, da geholfen zu haben. Aber wir sind auch glücklich, wieder zu Hause zu sein,“ sagt Manuel Schwindt, und sein THW-Kollege Kevin Einsmann nickt zustimmend. Die beiden sind am späten Montagabend von ihrem Einsatz bei dem von einem Raketentest der Bundeswehr ausgelösten Moorbrand in Meppen zurückgekehrt. Zwei Kollegen haben sie dort abgelöst..

„Es war schon anstrengend“, meint Kevin Einsmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die beiden sind am vergangenen Mittwoch mit der Hochleistungspumpe des rund 80 Frauen und Männer starken THW-Ortsverbands Ladenburg nach Meppen gefahren und bauten sie als Ersatz für die defekte Pumpe eines anderen Ortsverbands auf. „Wir sind sofort zum Einsatz gekommen“, erzählt Manuel Schwindt. Ihre Aufgabe: die Feuerwehr mit Löschwasser zu beliefern. Der Hemsbacher: „Ziel war es, mit unserer Versorgungsstrecke 5000 Liter pro Minute zur Verfügung zu stellen. Und das haben wir geschafft.“

Schicht von zwölf Stunden

Alle zwölf Stunden muss die Pumpe gewartet und durchgehend muss kontrolliert werden, ob die benötigte Wassermenge durchläuft. Als Pumpenexperten haben die beiden auch Kollegen und den Führungsstab beraten. Zwölf Stunden dauerte eine Schicht. „Das war nicht ohne“, betont denn auch Manuel Schwindt.

Geschlafen haben die beiden zuerst im Bereitstellungsraum des dortigen THW, dann in einem katholischen Gemeindehaus und schließlich eine Nacht in ihrem Lkw.

Doch die Dankbarkeit der Bevölkerung machte die Mühen vergessen. Die Landfrauen brachten täglich Kuchen vorbei, ein Grillfest wurde veranstaltet. Die Helfer erhielten Angebote, in Privathäusern zu duschen. Die Bevölkerung sammelte Spenden, und die Kinder schenkten ihnen selbst gemalte Bilder. „Das beflügelt einen“, bemerkt Manuel Schwindt.

„Viel Rauch und Gestank“

Den Gefahrenbereich durfte das Duo nicht betreten: „Es gab viel Rauch und Gestank, aber vom Brand haben wir nichts gesehen.“ Gut so, denn ein Moorbrand hat seine Tücken, wie beide erklären. Selbst wenn oberirdisch nichts zu sehen ist, deuten der heiße Boden und die erhitzte Luft auf einen Brand im Untergrund hin. Und jederzeit kann eine Feuerfontäne aus dem Boden hochschießen. Der Laie fragt sich, wie ein Brand unter Luftabschluss möglich ist. Das Moor hat viel Sauerstoff und Kohlendioxid gespeichert, lautet die Antwort der THW-Männer.

Den Besuch von Bundesverteidigungsministerin von der Leyen bei den über 1500 Einsatzkräften von THW, Bundeswehr und Feuerwehr erlebten die beiden mit. „Sie war bei uns im Abschnitt. Ich durfte ihr auch die Hand schütteln“, sagt Manuel Schwindt.

Sechzehn Hochleistungspumpen, die bis zu 15 000 Liter Wasser pro Minute transportieren können, gibt es in Deutschland. Und eine davon steht in Ladenburg. Das ist ein wichtiger Grund, weshalb der Ortsverband bei dem Moorbrand eingesetzt wird. „Die Pumpe war auch schon nach dem Hurrikan Katrina in New Orleans“ erzählt Stefan Gall, der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des Ortsverbands. Zudem vor zwei Jahren in Bosnien und bei etlichen Hochwasserkatastrophen in Deutschland.

„Es war schon ungewöhnlich, Wasser heranzubringen, anstatt es abzutransportieren“, erläutert Manuel Schwindt das Alleinstellungsmerkmal von Meppen. Und sowohl für den 35-Jährigen, der bei den Johannitern arbeitet, als auch für seinen 24 Jahre alten Kollegen, den Studenten Kevin Einsmann aus Hirschberg, war es der größte Einsatz bisher. Doch vielleicht ist er noch nicht vorbei.

„Falls das Moor weiter brennt, kann es sein, dass wir in 14 Tagen nochmals eingesetzt werden“, betont Einsmann. Nicht unwahrscheinlich, denn gestern war laut Presseberichten ein Ende der Löscharbeiten noch nicht abzusehen.