Ladenburg

Ladenburg Museumschef Winfried Seidel feiert am heutigen Donnerstag seinen 80. Geburtstag

Das Schrauben macht ihm noch immer großen Spaß

Seinen 80. Geburtstag feiert Winfried Seidel, der Gründer und Leiter des Automobilmuseums Dr. Carl Benz. Für ihn kein Grund, in Depressionen zu verfallen: „Jedes Jahr, das man als Zugabe kriegt, sollte man so genießen, dass man an dessen Ende sagen kann: Es hat sich gelohnt, es war ein gutes Jahr.“

Viel Zeit zum Grübeln hat der Jubilar ohnehin nicht. Momentan arbeitet er nämlich an der Restaurierung des 1911 gebauten Benz-Söhne-Rennwagens, der aus Neuseeland zurück an den Neckar gekommen ist. „Denn Schrauben macht mir noch immer viel Spaß“, erklärt er. Gefahren ist Winfried Seidel das Auto schon, jetzt geht es nur noch darum, Feinarbeiten zu erledigen. Bald möchte er das fertige Fahrzeug einige Runden über den Hockenheimring jagen.

Und nach wie vor gilt es, den fünf Meter hohen Mercedes-Benz-Stern aufzustellen, der nach vielen Jahren im Sommer 2018 vom Dach eines 40 Meter hohen Gebäudes am Mannheimer Parkring geholt wurde. Winfried Seidel möchte ihn im Hof des Museums aufstellen. Doch er wartet noch immer auf die Baugenehmigung, denn die Nachbarn müssen zustimmen, bevor der Stern auf den drei Meter hohen Sockel gehievt werden darf.

Zurückgefahren hat Winfried Seidel sein Engagement für die Veterama, den von ihm gegründeten größten Oldtimer-Markt in Europa. Tochter Julia und deren Mann kümmern sich jetzt um die Organisation. „Und ich schwebe da drüber“, beschreibt er seine neue Rolle. „Die Jahre gehen eben nicht spurlos vorbei. Und es ist gut, wenn man etwas loslässt“, beschreibt er den Grund für seinen Teilrückzug.

Unzählige Autos restauriert

Etwas mehr Ruhe: Die hat sich Winfried Seidel wahrlich verdient. Denn es ist imposant, was er aufgebaut hat: vom kleinen Automuseum in der Rheingaustraße bis zum großen in den ehemaligen Werkshallen von Carl Benz an der Ilvesheimer Straße. Unzählige alte Autos spürte er auf und restaurierte sie, etliche Bücher entstanden über seine Abenteuer dabei.

Seidel hat noch nie das Licht der Öffentlichkeit gescheut, um für sein Museum und seine geliebten Mercedes-Benz-Oldtimer zu werben. Seit Jahrzehnten hält er das Andenkendes Automobilerfinders Carl Benz hoch. So zählt er zu den bekanntesten Persönlichkeiten in der Kurpfalz. Seine Wiege stand aber nicht hier, sondern in Schlesien, das seine Familie nach Kriegsende verlassen musste. 1960 kam Seidel nach Ladenburg.

Gratulanten finden Winfried Seidel um 11 Uhr in seinem Museum. Abends feiert er im kleinen Kreis mit Familie und wenigen engen Freunden. Das Motto des Abends hat er in ein Gedicht verpackt: „Die Batschkapp deckt das graue Haar /doch drunter sind halt 80 Jahr/Hinten 0 und vorne 8/Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ kba