Ladenburg

Ladenburg Tag der „Bollerköpfe“ des Listenhunde-Nothilfevereins, der Vierbeiner übernimmt und vermittelt

„Der Halter macht den Hund“

Archivartikel

Beim Tag der „Bollerköpfe“, wie Veranstalter und Besucher ihre unterschiedlichen Vierbeiner zusammenfassend nennen, sah man beispielsweise American Staffordshire, Bullterrier und Co friedlich vereint auf der Anlage der Hundefreunde in Ladenburg. Es handelt sich bei den genannten und weiteren Tieren um Rassen mit großen Schädeln. Daher rührt auch der Name dieses Treffens der Listenhunde-Nothilfe. Im Untertitel des Vereins heißt es: „Zurück ins Leben“.

Und das hat einen Grund, denn die Nothilfe übernimmt und vermittelt Hunde, die aufgrund von Landesgesetzen als potentiell gefährlich gelistet, aber vor allem in falsche Hände geraten sind. Letzteres ist für Rosi Murrweiss ausschlaggebend: „Der Halter macht den Hund“, verdeutlicht die Vereinsvorsitzende aus Bad Buchau bei Biberach an der Riß ihren Standpunkt.

Kampf gegen Vorurteile

Mit solchen Aktionstagen bekämpft sie seit 2014 das Vorurteil vom „Assi mit Kampfhund“, mit dem man sich zu Unrecht konfrontiert sehe: „In Beißstatistiken stehen unsere Rassen ganz unten“, sagt die Halterin dreier solcher Hunde. Leider fühle sich jedoch oft die „falsche Klientel“ angezogen. „Unsere Hunde sind sehr menschenbezogen und wollen von Natur aus keinen Menschen beißen; sie müssen aber sicher geführt werden“, betont Murrweiss. Die bundesweit Aktiven ihres ehrenamtlichen Notdienstes nehmen auffällig gewordene Tiere auf, die aus schlechter Haltung und Beschlagnahmungen der Polizei stammen.

Zurzeit würden 50 solcher Hunde „sozialisiert und an gute Halter vermittelt“, so Murrweiss. Dies gelinge, weil allenfalls fünf Prozent davon wirklich schwierig seien. „Der Rest war vorher in falscher Hand“, sagt Murrweiss.„Man ist froh, Gleichgesinnte zu treffen, die mit denselben Vorurteilen zu kämpfen haben“, berichtet Laura Kühn, Besitzerin einer Bulldogge und Rechtsanwältin der Nothilfe, warum sie sich beim Aktionstag mit Spaßparcours, Tombola und Versteigerung „richtig wohl“ fühlt. Der Erlös komme Vereinshunden zugute.

„Das finden wir unterstützenswert und haben gerne zugesagt“, erklärt Heike Held-Neu vom örtlichen Verein der Hundefreunde (VdH). Sie habe „ganz normale, friedliche Hundehalter“ angetroffen, und es gebe unter den Hunden weder Bellen noch Beißen. „Ich finde diese Veranstaltung toll, weil es viele Stände gibt, aber auch genügend Platz ohne Gedränge dazwischen“, lobt Besucherin Uta Gember. Sie hatte eine französische Bulldogge an der Leine. „Ich finde die Nothilfe eine gute Sache“, sagt die Ladenburgerin und betont: „Ich bin generell für einen Hundeführerschein, der bewusst macht, dass ein Hund, ganz egal welcher Rasse, weder Spielzeug noch Statussymbol ist.“

An den Ständen auf dem Platz fand sich alles an Zubehör, was das Herz von Hundehaltern begehrte. Die Tierheime Weinheim, Viernheim und Heppenheim waren vertreten.

Einen aktuellen Hit auch unter Hundlern hatte Armin Schlager zu bieten: Der Schriesheimer stellte „Dog-Scooter“ für den Zughundesport aus. „Das kann man mit jedem Hund machen, der mindestens 15 Kilogramm wiegt“, versicherte Schlager. Auf den Tretrollern mit Geschirr und Ruckleine sei man sicherer unterwegs als auf dem Rad, wurde argumentiert.

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