Ladenburg

Ladenburg Empfang des Heimatbundes zum 90. Geburtstag seines Ehrenvorsitzenden, Altstadtrat Egon Lackner

„Die Altstadt als Schatz ist Ihr Verdienst“

Archivartikel

Geschenke, Glückwünsche, Gäste in großer Zahl: Die Alte Kochschule in Ladenburg platzte am Mittwochmittag fast aus allen Nähten. Und das aus gutem Grund, denn der immer noch aktive Stadtbildpfleger und Altstadtrat Egon Lackner feierte seinen 90. Geburtstag (wir berichteten).

Der Geschichtsverein Heimatbund hatte zum Empfang eingeladen, um den Ehrenvorsitzenden und dessen „außerordentliche Verdienste gebührend zu würdigen“, so die Vorsitzende Carola Schuhmann – „auch wenn er sich anfangs ein wenig dagegen gesträubt hatte“, wie sie schmunzelnd hinzufügte.

Doch da muss einer wie Lackner eben durch. Nicht umsonst machten neben Bürgermeister Stefan Schmutz auch seine beiden Amtsvorgänger Rainer Ziegler und Rolf Reble ihre Aufwartung, was der Architekt und Städtebauer ebenso zu schätzen wusste wie die Anwesenheit von Wegbegleitern aus allen Bereichen seines langen Lebens.

„Ladenburg wäre nicht Ladenburg in seinem heutigen Erscheinungsbild, wenn Sie nicht so kräftig daran mitgewirkt hätten“, sagte Schmutz. „Die Altstadt als Schatz ist Ihr Verdienst“, verdeutlichte der Rathauschef. Es sei obendrein beeindruckend, dass Lackner „bis zum heutigen Tage ein Mann der Tat“ sei, dessen Beiträge als Stadtbildpfleger man im Technischen Ausschuss stets zu schätzen wisse.

„Sein ganzes Wirken in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu schildern, würde den Rahmen sprengen“, stellte Schuhmann fest. Dennoch gelang es ihr trefflich zu skizzieren, dass Lackners „Einsatz in Ladenburg sichtbare Spuren hinterlassen“ habe. Sein Eintritt in den Heimatbund 1966 sei dank seines hohen Fachwissens zum „großen Glücksfall für die Stadt“ geworden.

So sei die Goldplakette im Bundeswettbewerb „Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau“ von 1978 auch sein Verdienst. Schuhmann nannte freilich wichtige Mitstreiter wie beispielsweise die Architektenkollegen Jürgen Borkowski und Bert Burger als Mitbegründer der Planungsgruppe 67, denen der Erhalt der historischen Altstadt ebenso am Herzen lag. Und sie würdigte Lackners jahrzehntelange Organisation des Sommertagszuges. „Noch heute bilden wir Stadtführer nach Deinem Konzept aus“, verriet Schuhmann außerdem.

„Dass wir vor zwei Jahren 100. Jubiläum feiern konnten, verdanken wir Mitgliedern wie Dir“, sagte Horst Müller für den Verein der Ehemaligen des Carl-Benz-Gymnasiums und seiner Vorläufer. „Ich schätze Egon Lackner als profunden Kenner der Ladenburger Geschichte und Denkmalpflege sowie lange Zeit als gute Seele des Heimatbunds“, sagte Britta Rabold, die als Leiterin der archäologischen Denkmalpflege des Landes seit 20 Jahren für Ladenburg zuständig ist und eigens vom Dienstsitz in Karlsruhe angereist war.

„Er war auch ein großartiger Chef“, erinnert sich Innenarchitektin Gudrun Schön-Stoll an ihre zehnjährige Angestelltenzeit in Lackners Büro. „Er hat gesagt, er fühlt sich so gut wie lange nicht mehr. Und wenn es um Ladenburg geht, ist er sowieso unermüdlich“, zeigte sich Tochter Eva-Maria Lackner zufrieden mit der körperlichen Verfassung des Vaters.

Sichtlich bewegt jedoch erinnerte Lackner in seiner Dankesrede an seine jüngere Tochter Jeannette sowie Ehefrau Eleonore, die beide nicht mehr leben, und würdigte weitere Persönlichkeiten, die ihm wichtig waren und sind, darunter seine „verbliebene Familie“ mit Tochter Eva-Maria, Schwiegersohn Andreas Bohnert und den Enkelkindern Hannah und Tilman.

„Der Heimatbund war, ist und bleibt für Ladenburg eine Notwendigkeit“, richtete Lackner den Blick in die Zukunft: „Wir stehen erst am Anfang der Entwicklung. Denn riesige Flächen auch der bebauten Stadt sind noch gar nicht untersucht.“ pj