Ladenburg

Ladenburg Nach einer fast einjährigen Zwangspause werden die Arbeiten am Hochwassersperrtor am Neckar-Kanal wieder aufgenommen

"Die Baustelle wird eingerichtet"

Nahezu ein Jahr ruhten die Bauarbeiten am Hochwassersperrtor Ladenburg. Ein handfester Streit zwischen der Baufirma und dem Auftraggeber, dem Amt für Neckarausbau in Heidelberg, war Grund für den Baustopp. Gestern gab es wieder Bewegung am Neckar-Kanal. Ein Schiff von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV Stuttgart) hatte sich unterm Hochwassersperrtor positioniert. Zwei Arbeiter, gekleidet mit weißen Schutzanzügen, machten sich am Tor zu schaffen. "Die Baustelle wird aktuell eingerichtet", bestätigte Marlies Thieme, Mitarbeiterin beim Amt für Neckarausbau Heidelberg. Die Baufirma, mit der man am Verhandlungstisch eine Einigung erzielt hat, bringt wieder ihre Gerätschaften in Position. Denn sie hatte diese von der Baustelle abgezogen.

Bürger in Sorge

Bürger, die mit Sorge die Entwicklung im Anfangsbereich des Seitenkanals Ladenburg verfolgten, werden mit Sicherheit aufatmen. So wie die Ilvesheimerin Sonja Münch, die den Baustopp und die Informationspolitik des Amtes in einem Schreiben kritisierte. Die Ilvesheimerin vermisste hierzu Informationen speziell auf der Homepage des Amtes. In der Tat datiert der jüngste Eintrag vom 19. Oktober 2016, als eine halbseitige Straßensperrung der L 542 angekündigt wurde. Marlies Thieme versprach gestern, die neuen Fakten einzupflegen.

Fakt ist, dass aufgrund des Alters und des schlechten baulichen Gesamtzustands das 86 Jahre alte Hochwassersperrtor ersetzt werden soll. Die Einrichtung schützt mit einem 47 Meter langen, fünf Meter hohen und circa 205 Tonnen schweren Drucksegment den Kanal vor Hochwasserwellen. Nach einem Neubau soll das bestehende Tor zurückgebaut werden. Auf die Brücke mit der Landesstraße L 542 hat dies keine Auswirkungen.

Im Juli dieses Jahres bezog Sachbereichsleiter Rüdiger Englert vom Amt für Neckarausbau auf Anfrage dieser Zeitung Stellung zum Baustopp. Danach entzündete sich der Streit vor allem an der Konstruktion der Stahlbetonteile des Sperrtors. Es ging um die Frage, wie viele Bewehrungseisen in den Beton gehörten, damit das Tor auch extremere Hochwasser abhalten kann. Nach einem Kompromiss mit der Baufirma wurde die Aufnahme der Bauarbeiten für Ende Juli/Anfang August in Aussicht gestellt. Die kalkulierten Kosten für die Baumaßnahme erreichen 12,4 Millionen Euro. Geplant war, dass das neue Tor in diesem Jahr fertig werden sollte. Auch der Abriss der alten Anlage sollte noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. Aus diesem Zeitplan wird jetzt nichts.

Alte Anlage ertüchtigt

Hängt man die verlorengegangene Zeit an, könnte das Projekt im Oktober 2018 stehen. Vielleicht wird es ja auch später. Die Bürger müssen dennoch nicht in Sorge sein. Denn das alte Sperrtor wurde für 200 000 Euro nochmals saniert. Und es soll daher die nächsten zwei Jahre halten. Die Feuerwehren des Unterkreises, die sich mit der Problematik befasst haben, geben denn auch Entwarnung. Unterkreisvorsitzender Roy Bergdoll sagte Im Juli dieser Zeitung, dass der Hochwasserschutz für die kommenden zwei Jahre gegeben sei.