Ladenburg

Ladenburg Erster Antikmarkt rund um das Lobdengau-Museum / Viele Absagen wegen Dauerregen

„Die Idee ist nicht abgesoffen“

„Ich habe gestern alles aufgegessen, an mir liegt es nicht“, sagt Robert Luger etwas verzweifelt. Der Veranstalter des ersten Ladenburger Antikmarktes steht einsam im Regen auf seinem Markt: „Es tut mir so sehr leid, so ein Markt ohne Besucher. Seit 20 Jahren habe ich erst zwei Märkte gehabt, die ähnlich waren, an denen es den ganzen Tag geregnet hat.“

Luger lobt die vielen exklusiven Sachen, die angeboten werden, „das ist kein Tand und Tinnef“, und er spricht von der schönen Altstadt in Ladenburg: „Das im goldenen Oktober hätte alles so schön werden können.“ Aber der Sonntag ist grau, und es regnet in strömen. Der erste Antikmarkt in der Altstadt säuft buchstäblich ab, in antike Eimern und alte Teller prasselt der Regen, Besucher sind so gut wie keine da, es ist kalt und ungemütlich.

Zahlreiche weiße Klebebandmarkierungen auf dem Boden zeugen von Absagen, bei schönem Wetter hätten hier Verkäufer gestanden. „Ich verstehe es, dass viele Händler nicht gekommen sind“, sagt Luger: „Die wertvolle Ware geht ja kaputt, Bücher kann man bei dem Wetter gar nicht anbieten. Und die Leute werden mir ja krank.“

Händler packen früher ein

Evelyn Kirchner kommt aus Berlin, sie ist dick angezogen, Handschuhe, ein Wollschal, sie steht unter ihrem Plastikzelt und ist optimistisch: „Um 14 Uhr soll es aufhören zu regnen, dann machen wir den Umsatz“, so ihre optimistische Prognose. Seit 9 Uhr ist der Markt geöffnet, doch ohne Besucher geht nicht viel: „Die Standmiete ist noch nicht drin“, sagt sie um 13 Uhr.

Der Stand neben ihr ist mit einer Plastikplane komplett abgedeckt, was es zu kaufen gibt, ist nicht zu erkennen. Der Regenschirm hat den Fluten nicht mehr standgehalten und ist kollabiert.

Und ein paar Meter weiter wird bereits eifrig zusammengeräumt: „Wir packen ein, das hat keinen Sinn bei dem Wetter. Die Leute kommen nicht, und uns ist einfach nur kalt. Das war das erste und letzte Mal für uns hier in Ladenburg.“ Auch eine Händlerin aus Erlangen packt gegen 13 Uhr ihr Porzellan wieder ein: „Das macht heute keinen Spaß. Mir ist kalt“, sagt sie, „aber dafür kann ja keiner was.“ Sie will nächstes Jahr wieder kommen.

Bei Timo Wirth hingegen scheint bei strömendem Regen die Sonne, und die gleich doppelt: „Wo ist das Problem? In unserem Herzen scheint doch die Sonne.“ Auf einem großen historischen Backblech hat er mit Kreide zudem eine strahlende Sonne gemalt: „Die brauchen wir heute. Ein bisschen Humor muss man sich ja behalten.“ Er hatte noch gehofft, dass es wenigstens bis Mittag trocken bleiben würde, aber seine Hoffnung hat sich nicht erfüllt. „Wir haben erst gar nicht alles ausgepackt“, berichtet er, „das meiste ist noch im Wagen.“ Und nächstes Jahr will er auf alle Fälle wieder kommen, denn der Optimist weiß heute schon, dass es „nächstes Jahr doppelt so gut wird. Schlechter als heute kann es ja nicht mehr werden.“

Doch es kann noch schlechter werden: Dem Veranstalter Robert Luger ist nicht nur der Markt abgesoffen, „als Veranstalter bin ich den ganzen Tag in dem strömenden Regen rumgelaufen, ich war am Ende ganz nass.“ Seit drei Tagen liegt er nun krank im Bett. Aber auch er ist optimistisch: „Die Idee ist nicht abgesoffen. Wir kommen wieder nach Ladenburg.“

Zum Thema