Ladenburg

Ladenburg Oldtimer-Picknick der Motorsportler zur Erinnerung an Glanztat der Erfindergattin Bertha / Benzpark soll attraktiver werden

Die Idee von „Ecki“ Mayer zündet bei den Besuchern

Archivartikel

„Carl Benz war auch ein großer Foto-Fan“, weiß Eckhard Mayer. „Ecki“ nennen ihn Freunde, auch beim Ladenburger Motorsportclub (MSC), der nach dem Autoerfinder und Ehrenbürger der Römerstadt benannt ist. Das früheste weibliche Pendant zum berühmtesten Träger dieser Auszeichnung für besonders verdiente Römerstädter war sieben Jahre nach ihrem Mann Bertha Benz.

Ein Konfirmationsfoto von ihr aus dem Jahr 1863 gehörte zu den Kostbarkeiten einer kleinen, feinen Freiluftschau, die Mayer zum diesjährigen Oldtimer-Picknick seines Vereins zusammen mit Alexander Glowinski umgesetzt hatte.

„So bekommt man noch einen ganz anderen Bezug zu Ladenburg und seiner Geschichte“, freute sich MSC-Chef Klaus Kurz über Mayers Idee. Die auf großen Bannern reproduzierten Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigten die ganze Familie Benz bei Ausflügen in die Umgebung und das Ehepaar 1909 auf der Terrasse seiner wenige Jahre zuvor erworbenen Villa am Wasserturm. Damals hatte das Wohnhaus noch ein Flachdach.

Stilechtes Brunchen

Deutlich erkennbar: die ähnliche Kubatur der ältesten Steingarage der Welt im hinteren Teil des Gartens, dem heutigen Benzpark. Dort hatten sich am 75. Todestag von Bertha Benz Oldtimerfreunde aus der Region trotz kühlen Wetters mit rund 50 historischen Fahrzeugen und teilweise samt Picknicktischen zum stilechten Brunchen eingefunden.

Angesichts der Entfernung zwischen Villa und Garage glaubte man Mayer sofort, als er berichtete, dass Bertha ein Signalhorn verwendete, um ihren Carl und die Söhne energisch zum Abendessen zu rufen. Allzu gerne verbrachten die drei Zeit mit Tüfteln und Weintrinken im Obergeschoss des heutigen MSC-Clubraums. An dessen Fassade hängt nun dauerhaft ein Plakat mit dem Konterfei des Ehepaars Benz. Auch darum hatte sich Mayer gekümmert. Für alle Fotos hatte er das Daimler-Archiv in Stuttgart, das Technoseum in Mannheim und den Nachlass von Benz-Urenkel Dieter Elbe in Ladenburg durchforstet. Dessen Witwe Gertrud Elbe zeigte sich beeindruckt: „Das Ergebnis finde ich sehr schön.“

Benz-Söhne im MSC

Mayers Idee zündete auch bei Claus-Martin Auer aus Schriesheim: „Die Ausstellung finde ich klasse“, sagte der Saab-Fahrer, der bei dem Nachfolgeunternehmen der von Benz 1871 gegründeten Motoren-Werke Mannheim (MWM) arbeitet. „Die Benz-Söhne Eugen und Richard waren Mitglieder im MSC“, erzählte der Vorsitzende Kurz. „Wir haben uns in der Verantwortung gesehen, auch des Todes von Bertha zu gedenken“, erklärte Mayer, der mit Stadtverwaltung und Grünplaner Christof Luz Ende des Monats daran geht, den Benzpark für Besucher noch attraktiver zu gestalten.

Kranz am Grab niedergelegt

Auch den Heimatbund verbindet vieles mit seinem früheren Ehrenmitglied Bertha Benz. So legten Vorstandsmitglieder des Geschichtsvereins am Familiengrab einen Kranz nieder. Wenige Wochen zuvor, am 4. April, war des 90. Todestags von Carl Benz gedacht worden. Bürgermeister Stefan Schmutz hatte damals an einer Gedenkstunde im Ladenburger Automuseum Dr. Carl Benz teilgenommen (wir berichteten).

„Bedauerlich“, fanden es Kurz und Mayer dennoch, dass die Stadt zur Erinnerung an die erste Frau am Steuer „nichts unternimmt“. Hätten doch erst Bertha Benz und die Söhne mit der Tour von Mannheim nach Pforzheim die Fahrtüchtigkeit der Erfindung von Carl bewiesen.