Ladenburg

Ladenburg Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr / 80 Einsätze allein in diesem Jahr / Nachwuchskräfte simulieren Ernstfall

Die Jungen zeigen, was sie können

Archivartikel

Seit 160 Jahren kümmern sich die Floriansjünger in Ladenburg ehrenamtlich um die Sicherheit in der Römerstadt. Dieses Jahr rückten sie bereits über 80 Mal zu Einsätzen aus. Anlässlich der Jahreshauptübung an der Festwiese standen die benötigten Einsatzfahrzeuge zu Beginn der Übung bereits in der Neckarstraße aufgereiht.

„Dass wir unsere Einsatzorte erreichen, brauchen wir heute nicht zu beweisen. Das taten wir dieses Jahr schon erfolgreich“, erklärte der Moderator eingangs. Zudem verwies er auch auf die Schattenseiten der Feuerwehrarbeit, nämlich Behinderungen durch rücksichtslose Verkehrsteilnehmer.

Weiter ging es mit drei Szenarien aus den Bereichen technische Hilfeleistung und Gefahrgut, die die Kameraden für die Hauptübung vorbereitet hatten.

Drei Szenarien geprobt

Die erste: Bei einem Unfall gerät ein Radfahrer unter ein Auto, sein Bein wird zwischen Drahtesel und Auto eingeklemmt. Die Feuerwehr wird alarmiert, und der Einsatzleiter entscheidet, mit wie viel Mann und auf welche Weise die Rettungsmaßnahme durchgeführt wird. Mit einem Hebekissen wurde schließlich der Unfallwagen angehoben, der Radfahrer befreit und an den Rettungsdienst übergeben.

Zweites Szenario: Auf der Gegenfahrbahn wird der Fahrer eines Lkw abgelenkt und kommt ins Schlingern. Er fängt den Wagen ab, bemerkt aber, dass bei seiner Aktion drei nicht ausreichend gesicherte Fässer mit Gefahrgut umgekippt und unter Umständen beschädigt sind.

Der Einsatzleiter erkundete darauf die Einsatzstelle und verschaffte sich anhand der Ladepapiere einen Überblick über das Gefahrenpotenzial. Im Bereich um den Laster wurden Maßnahmen zum Brandschutz ergriffen. Zwei Männer in Sicherheitsanzügen richteten die Fässer auf und bargen einen leicht beschädigten Behälter in einem weiteren Fass. Nach der Dekontamination in einer Feldwanne hatten die Helfer auch diesmal ihre Arbeit erledigt.

Im dritten Fall ging es schließlich um einen technischen Defekt. Er war schuld, dass ein Radlader mit der herabsinkenden Schaufel einen Pkw rammte.

Das Auto ließ sich nicht mehr öffnen, der Fahrer war aber nicht im Fahrzeug eingeklemmt. Mit einer Seilwinde wurde der Kleinwagen unter der Schaufel hervorgezogen, mit einem hydraulischen Spreizer wurde der Fahrer befreit, während die Kameraden den Brandschutz sicherstellten. Alle drei Szenarien wurden hauptsächlich von jüngeren Feuerwehrleuten durchgeführt. „Lernen durch Tun“ brachte es Peter Kinzig auf den Punkt.

Kommandant Harald Lange erklärte: „Dieses Jahr wollten wir mal was anderes machen. Wir wollten der Bevölkerung einen Einblick in verschiedene Aufgabenbereiche der Feuerwehr ermöglichen.“

200 Zuschauer

Das kam gut an, etwa 200 Interessierte strömten schon nach dem ersten Signal der Martinshörner zum Wasserturm. Mancher bemängelte, dass im Vorfeld zu wenig auf die Übung und die Möglichkeit, einen Einsatz der Feuerwehr live zu erleben, aufmerksam gemacht wurde.

Viele seien nur zufällig in der Nähe gewesen, als die Sirenen ihre Neugierde weckten. Unterkreisführer Roy Bergdoll fand indes: „Das war mal etwas anderes.“ Und: „Dass die Ladenburger ihr Handwerk verstehen, habe er miterlebt, als der Dachstuhl brannte.

„Das war eine Top-Leistung, die da gebracht wurde“ stellte er nicht ohne Stolz fest. Beim abschließenden „B-Teil“, dem wichtigsten Teil der Übung laut Kommandant Lange, boten sich zahlreiche Gelegenheiten für gute Gespräche. dithu

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