Ladenburg

Ladenburg Revierleiter Peter Oechsler stellt im Gemeinderat die Kriminalstatistik vor

Die Römerstadt ist ein sicheres Pflaster

Archivartikel

„Man kann Ladenburg als sichere Stadt bezeichnen.“ Mit diesen Worten fasste Peter Oechsler, Leiter des Polizeireviers Ladenburg, im Gemeinderat die Kriminalstatistik für das Jahr 2017 zusammen.

Oechsler berichtete von einer Abnahme der Straftaten im Land um 4,9 Prozent, in Ladenburg um 11,3 Prozent, wobei allerdings die ausländerrechtlichen Delikte herausgerechnet worden seien. Die Zahl der Straftaten in der Römerstadt ging von 617 (2016) auf 547 zurück. Während im Land 62,4 Prozent der Delikte aufgeklärt werden, sind es in Ladenburg lediglich 40,5 Prozent, was immerhin einen Anstieg um fast vier Prozent bedeutet. „Das ist nicht außergewöhnlich für Landreviere“, erläutert Oechsler den großen Unterschied der Aufklärungsquoten. In Ladenburg gebe es beispielsweise keine Schwarzfahrten in Straßenbahnen, wo es viele aufgeklärte Fälle gebe.

Mehr Gewaltkriminalität

Als auffallend bezeichnete der Revierleiter die Zunahme um 50 Prozent bei der Gewaltkriminalität. Darunter finden sich drei Fälle von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung (2016 einer), ein Fall von Raub oder räuberischer Erpressung (im Vorjahr zwei) und 54 Körperverletzungsdelikte (im Vorjahr 40). Die Aufklärungsquote liegt hier mit 76,2 Prozent hoch, im Vorjahr waren es noch 71,4 Prozent. „Ich möchte wissen, woher der Zuwachs kommt“, zeigte sich Oechsler ratlos. Eventuell könnte es mit einem geänderten Anzeigeverhalten zu tun haben. Eine Zunahme um 35,1 Prozent (37 auf 50 Fälle) verzeichnet die Polizei bei Waren- und Warenkreditbetrug, laut Oechsler vor allem Internetkriminalität.

Einen Rückgang von 198 auf 185 Fälle (minus 6,6 Prozent) gab es bei der Straßenkriminalität, wozu unter anderem Fahrraddiebstähle (85 Fälle), Diebstahl an oder aus Fahrzeugen (19), Sachbeschädigungen an Fahrzeugen (30) sowie Taschendiebstahl (acht) zählen. Die Aufklärungsquote stieg hier immerhin von 6,1 auf 13 Prozent.

Auch bei den Wohnungseinbrüchen verzeichnet die Statistik einen Rückgang, von 13 Fällen in 2016 auf acht in 2017. Die Aufklärungsquote liegt bei 37,5 Prozent. Die Diebstahlsdelikte gingen um 19 Prozent, von 279 auf 226, zurück. Ein Minus von 45,5 Prozent auf 24 Fälle verzeichnet die Polizei bei Rauschgiftdelikten. Oechsler vermutet einen Verdrängungseffekt durch Kontrolldruck: „Die Dealer sind aus Ladenburg weg.“

194 Tatverdächtige

2017 gerieten 194 Tatverdächtige ins Visier der Polizei, im Vorjahr 205. Von den 194 waren 172 männlich und 22 weiblich. 129 Erwachsene zählen dazu, 22 Heranwachsende und 33 Jugendliche. Unter den Tatverdächtigen sind 69 Nichtdeutsche, davon 25 Asylbewerber (im Vorjahr 66 bzw. 16).

Der Revierleiter erläuterte, dass er seit seinem Amtsantritt die Präsenz der Beamten auf der Straße erhöht habe. Schwerpunktmäßig will Oechsler gegen Diebstähle an und aus Kraftfahrzeugen sowie gegen Wohnungseinbrüche vorgehen. Verstärkt wird die Polizei auch Schulwege überwachen, um Schaden von Kindern fernzuhalten. Oft wären die Kleinen nicht angeschnallt und Fahrer durch Smartphones abgelenkt: „Da gibt es kein Pardon.“