Ladenburg

Ladenburg Hegehof feiert Saisonende mit Fernsehkoch Bert Schreiber und Altrheinmusikanten / Kritik am Bienen-Volksbegehren

Diesjähriges Labyrinth „eines der besten“

Archivartikel

Bevor Kurt Hasieber dirigiert oder singt, stärkt er sich. Beim Abschiedsfest auf dem Hegehof in Ladenburg-Neuzeilsheim muss es dem Leiter der 1959 gegründeten Altrheinmusikanten aus Sandhofen besonders gut geschmeckt haben. Denn vor dem Auftaktstück, einem Egerländer Liedermarsch, stellte Hasieber fest: „Der Fernsehkoch Bert Schreiber hat wieder wunderbar gezaubert.“

Zum zwölften Mal bereits vertraute Gastgeber Dieter Hege auf die Fähigkeiten des Erfinders der „Mannheimer Kochschürze“ und ranghöchsten Hobbykochs Europas. Auch Heges Frau Brigitte gilt als Könnerin: „Von ihrer Kürbissuppe bin ich hellauf begeistert“, schwärmte Schreiber (Wallstadt). „Ich glaube, ich hätte jede andere Veranstaltung abgesagt, weil ich ein bisschen angeschlagen bin, aber das hier ist mir so ans Herz gewachsen“, bestätigte der Mann im weißen Kochkittel. Was er mit Hege zusammen vor 150 Besuchern begonnen habe, sei heute eine Veranstaltung, die „garantiert bis zu 1000 Menschen“ anziehe. Davon konnte zumindest anfangs freilich noch keine Rede sein, weshalb Hasieber „fünf Grad mehr“ an Lufttemperatur lieber gewesen wären. Dafür zeigte sich der Hegehof mit Kürbissen, Früchten und Sonnenblumen in den schönsten Oktoberfarben. So wuchs nachmittags die Zahl der Besucher mit jedem weiteren Sonnenstrahl, der auf die inzwischen herbstlich hellbraunen Maispflanzen schien.

Eine Attraktion neben Kutschfahrten, Ponyreiten, Kürbisschnitzen und Kinderschminken: Das Apfelsaftpressen zum Zuschauen. „Guck mal, da ist ein neuer Spielplatz“, fiel der Mutter einer kleinen Familie auf. Heges Einschätzung nach sind die generalüberholten Spielgeräte aus einem früheren Wohngebiet der US-Armee in Mannheim „Mosaikteilchen“, die das diesjährige Maislabyrinth unter dem Motto „Von Zeit zu Zeit“ zu einem der besten seit Jahren gemacht hätten. Dazu habe neben werbetechnischen Maßnahmen sicher auch die Kooperation mit den Mannheimer Reiß-Engelhorn-Museen (rem) beigetragen. Übrigens bleibt das Labyrinth bis Dienstag, 15. Oktober, täglich geöffnet.

Unterschriftenaktion angelaufen

„Wir hatten 25 Prozent mehr Besucher“, zieht Hege Bilanz. Doch landwirtschaftlich blickt er auf ein „schlechtes Jahr“ zurück: zu warm und zu trocken. Die Folge: „Wir machen im Sommer weniger für den Großhandel und mehr für die Direktvermarktung, weil sonst Kosten ausufern.“ Wegen eines Spinnmilbenfalls habe er nur 30 bis 40 Prozent des gewohnten Ertrags an Biobohnen geerntet. Die angelaufene Unterschriftensammlung zum Bienen-Volksbegehren, dem Bauernverbände nun einen sogenannten Volksantrag entgegenstellen, sieht auch Hege kritisch: „Wir wollen Wildbienen schützen, aber man sollte ein Konzept auf den Weg bringen, dass für alle tragbar ist und an dem sich alle beteiligen, das aber nicht dazu führen darf, dass 25 Prozent der Fläche nicht mehr bewirtschaftet werden können.“ pj

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