Ladenburg

Ladenburg Freie Wähler stellen Kandidaten für Kommunalwahl am 26. Mai vor / Peter Hilger hört auf / Frauenquote bei 27,3 Prozent

Drei Frauen und ein junger Mann führen die FW-Liste an

Gudrun Ruster, seit 20 Jahren Stadträtin, führt bei der Kommunalwahl am 26. Mai die Liste der Freien Wähler (FW) in Ladenburg an. „Es macht mir immer noch viel Freude, und es ist Herzblut dabei“, sagte die 66-Jährige, als sich die Kandidaten im Jahnhalle-Lokal „El Greco“ der Reihenfolge nach vorstellten. „Auch in den nächsten fünf Jahren etwas für die Stadt und alle Altersgruppen bewegen“, das will Ruster.

Ziel sei es, „auf jeden Fall unsere bislang vier Plätze im Gemeinderat zu behalten, doch ich glaube, dass wir einen weiteren Sitz schaffen können“, erklärte Fritz Lüns, der Chef des kommunalpolitischen Vereins. Der erfahrene Stadtrat („Ich liebe die Zahlen“) rangiert auf Platz neun. Sein Fraktionskollege Sven Ruster („Ich würde die Arbeit der vergangenen fünf Jahre gerne weiterführen“) ist Sechster. Walter Hummes auf Position fünf sieht es so: „Gemeinderatswahl ist Persönlichkeitswahl.“ Soll heißen: Prominenz schlägt Listenplatz.

Das FW-Angebot setzt mit zwei weiteren Frauen allein im Spitzenquartett und dem 20-jährigen Enkelsohn von Gudrun Ruster Zeichen: Christiane Ernst, Mitinhaberin eines Gemüsebaubetriebs und Wochenmarkthändlerin, führt ihre Erfahrung als Ex-Vorsitzende des Bunds der Selbstständigen ins Feld und sagt: „Ich denke, dass ich etwas bewegen kann.“ Ariane Wolf, seit 25 Jahren in der Verwaltung tätig, würde dieses Fachwissen gerne im Rat einbringen und sieht sich als „sehr engagiert“ an.

„Ich weiß, was man machen muss, damit es der Jugend besser geht in Ladenburg“, sagte der frühere Jugendgemeinderat Tim Ruster, der neben der Ausbildung zum Physiotherapeut noch das Fernstudium „Medizinalfachberufe“ absolviert und den Altersdurchschnitt auf 55 senkt. „Das Überparteiliche der Freien Wähler“ ist für Rainer Wiesler das Wichtigste. „Neu bauen ist gut, aber es wird sich zu wenig um das Alte gekümmert“, findet Friedhofsgärtner Heiko Freund. Das Stadtbild liegt Evelyn Bausch am Herzen. Eltern, Schulen und Jugend würde Ulrike Karg für einen „Gesamtbildungsplan“ an einen Tisch bringen wollen.

„Stadt soll lebenswert bleiben“

„Für die vielen kleinen Sorgen der Alteingesessenen da sein“ möchte Albrecht Wermke. Bildung ist das Thema von Lehrerin Ursula Ziech. „Fahrradfreundlichkeit“ möchte Martin Mayer fördern, denn „die Stadt soll so schön und lebenswert bleiben.“ Architekt Jürgen Weckbach sieht seine Stärke in Bausachen.

„Mehr Transparenz bei Entscheidungen der Verwaltung“ fordert Ehrenmitglied Rolf Ziech. Mike Wiest will sich „für Umwelt und Vereine einbringen“. Sachbezogene Entscheidungen und Parteiunabhängigkeit schätzt Michael Rohr vor allem in Fragen des Stadtmarketings.

Der seit 2004 amtierende Stadtrat Peter Hilger steht nicht mehr zur Wahl, was bei der Nominierung nicht thematisiert wurde. Auf „MM“-Anfrage nannte der 76-Jährige drei Gründe, warum er nicht wieder antritt: „Mangelnde Resonanz bei den Freien Wählern, Lebensalter und deutlich nachlassendes Hörvermögen.“