Ladenburg

Ladenburg Informationsveranstaltung zur Nordstadt / Interessenten fragen nach Möglichkeiten zum Grundstückskauf, Preisen und Infrastruktur

„Dritte Grundschule bauen wir nicht“

Informationsveranstaltungen zum Thema „Nordstadt“ sorgen immer für ein volles Haus: Wieder und wieder wurden zusätzliche Stühle in den Domhofsaal gekarrt, und trotzdem mussten einige der rund 200 Besucher stehen. „Wir haben mit guter Resonanz gerechnet, aber doch nicht mit so viel“, merkte denn auch Bürgermeister Stefan Schmutz erstaunt an.

In der Fragerunde wird deutlich, welche Themen den Zuhörern unter den Nägeln brennen. Wie kann man in Erfahrung bringen, wo Grundstücke gekauft werden können? Von 60 Grundstücksbesitzern sprach Torsten Hesch vom Erschließungsträger H & S. „Und einige verkaufen schon.“

Die Stadt Ladenburg sei zwar größter Eigentümer, verfüge allerdings außerhalb des Bereichs für Mehrfamilienhäuser nur über wenige Flächen, so Hesch. Zudem hätten beide Kirchengemeinde Grundstücke und wollten viele in Erbpacht auf den Markt bringen. Hesch riet den Interessenten, sich auf deren Internetseiten zu informieren.

Unter der Hand?

Ein Mann vermutete, dass bei der Grundstücksvergabe vieles „unter der Hand“ laufen würde. „Die privaten Grundstückseigentümer können machen, was sie wollen“, erwiderte Hesch. Das habe nichts mit „unter der Hand“ zu tun.

Wie hoch sind die Quadratmeterpreise? „Heute darauf eine Antwort zu geben, wäre unlauter“, bemerkte Bürgermeister Schmutz dazu. Im Bereich Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften sei die Stadt ohnehin der falsche Ansprechpartner. „Unsere Interesse ist es nicht, die Grundstücke auf den Markt zu bringen und meistbietend zu verkaufen“, fuhr Schmutz fort.

Die Stadt sei auch daran interessiert Wohnraum für Senioren, junge Familien und andere Gruppen zu bieten, die auf dem freien Markt nicht zum Zug kämen, erklärte er: „Wir wollen die Nordstadt als ein Quartier für alle verstehen.“ Allerdings müsse Ladenburg, das erhebliche Gewerbesteuerausfälle zu verkraften habe, auch seine wirtschaftlichen Interessen wahren.

Wie werden Kinder betreut, die in der Nordstadt wohnen? Stefan Schmutz geht davon aus, dass es in dem Gebiet Kindergarten mit Ganztagsplätzen und eine Krippe geben wird. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir dort die Außenstelle einer Schule brauchen“, fügte das Stadtoberhaupt an. Wenn nötig, möchte er eine Neuordnung der Grundschulbezirke angehen und eventuell die beiden bestehenden Einrichtungen erweitern. „Eine dritte Grundschule werden wir nicht bauen.“

2025 ist alles bebaut

Wann wird das Gebiet bebaut sein? Voraussichtlich im März 2018 wird mit den Erdarbeiten begonnen, erklärte Torsten Hesch. Für Ende 2019 rechnet er mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten. Dann beginnt der Bau. 2025 sollen die 470 Wohneinheiten für 1200 bis 1300 Menschen fertig sein.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Dietmar Glup vom Planungsbüro Sternemann und Glup die Grundzüge der Planung vorgestellt (wir haben mehrmals darüber berichtet). Bürgermeister Schmutz wies darauf hin, dass alle Informationen zur Nordstadt auch auf der Internetseite der stadt zu finden sind. Zudem liege der Bebauungsplanentwurf mit allen Gutachten noch fünf Wochen lang im Rathaus öffentlich aus. „Kommen Sie einfach während der nächsten Wochen auf uns zu“, forderte er die Interessenten auf.