Ladenburg

Ladenburg Versammlung der Grünen / Denis Wermuth hört auf

„Du hast uns gut getan mit Deiner frischen Art“

Archivartikel

„Am Montag kommt der Möbelwagen“, sagt Denis Wermuth, als er kurz vor Beginn der Hauptversammlung der Ladenburger Grünen im Café Antique darauf angesprochen wird. Es war innerhalb des Ortsverbands natürlich längst bekannt, dass der bisherige Vorsitzende sein Amt an diesem Abend abgeben würde. Der Grund: Er zieht mit seiner Familie nach Mecklenburg-Vorpommern in eine Küstenstadt. „Es ist eher ein Hinziehen aus familiären Gründen und der Sehnsucht nach dem Meer als ein Wegziehen aus Ladenburg“, erklärt Wermuth.

„Ich bin beeindruckt, was wir im Team auf die Beine gestellt haben“, zieht Wermuth im „heimlichen Wohnzimmer der Grünen“ die Bilanz einer kurzen, aber wirkungsvollen Amtszeit seit Februar 2018. Schließlich vermehrten die Römerstadt-Grünen ihre Sitze im Gemeinderat von vier auf sechs. Sie sind damit zweitstärkste Kraft knapp hinter der CDU. Wermuth lobt, dass außerdem die Ladenburger Ur-Grüne Ulla Schmollinger ihr Kreistagsmandat als „Stimmenkönigin“ verteidigen konnte. Auch das Ergebnis der Europawahl sei „fantastisch“. Obendrein habe der Ortsverband die Zahl der Mitglieder von 17 auf 30 erhöht. „Das ist eine tolle Entwicklung“, stellt Wermuth zufrieden fest. Somit habe es sich gelohnt, dass die Kasse wegen des engagierten Wahlkampfs nun ein Minus aufweise.

„Es hat Spaß macht, und wir haben den Grünen mehr zu verdanken als die Grünen uns“, sagt der 35-jährige Diplom-Pflegewirt. Doch für die Stadträtinnen Hanne Zuber und Isabel Sohn-Frank hatte er wesentlich zu den genannten Erfolgen beigetragen: „Durch Deine Person hat Ladenburg ein grüneres Gesicht bekommen“, sagte Zuber. Sie erinnerte daran, wie sie die Wermuths für die Grünen gewann, als Ehefrau Rebekka mit selbstgenähter Kinderkleidung aus Ökomaterial ihr Ecklädchen „Frittenpaula“ gegenüber eröffnet hatte: „Es lohnt sich Nachbarn anzusprechen“, schließt Zuber daraus. 2016 wird Wermuth Vorstandsmitglied im Ortsverband. Lange vor dem zurückliegenden Kommunalwahlkampf mit Hausbesuchen und dem Einsatz sozialer Medien durch die Neustadträte Jennifer Zimmermann und Marius Steigerwald setzt der leidenschaftliche Bahnfahrer selbst auf die Methode „Ansprechen“: So bringt er Mitreisende auf die Kandidatenliste.

„Müssen auf dem Teppich bleiben“

„Du hast uns so gut getan mit Deiner frischen Art, und wir werden Dich und Deine Familie vermissen“, sagt Sohn-Frank. „Du bist immer gut drauf und den Dingen zugewandt“, würdigt der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl Wermuths positive Wirkung auch auf den Kreisvorstand der Grünen. Er betont: „Wir bedauern ausdrücklich, dass Du gehst.“ Da Zuber und Sohn-Frank aufgrund ihres aufwändigen Ehrenamts im Gemeinderat ebenso nicht erneut für ihre bisherigen Posten kandidierten, wählen die Mitglieder nach einer Diskussion einstimmig diese komplett neue Führungsriege: Fred Hammerschlag, Marita Möller, Martina Lucas und Jürgen Frank wollen gleichberechtigt alle Aufgaben bewältigen. Unter Hinweis auf den geknüpften Bodenbelag im „Café Antique“ wünscht sich Hammerschlag: „Wir müssen auf dem Teppich bleiben bei all den Höhenflügen der letzten Zeit.“ Es sei eine hohe Verantwortung umzusetzen, was Wähler von „mehr Grün“ erwarteten. Über aktuelle Themen informieren Stadtrat Max Keller und Sckerl im „Antique“. pj

Zum Thema