Ladenburg

Ladenburg Weitere Solaranlage auf Bauhofdach speist Stromtankstelle

E-Transporter rollt lautlos und klimafreundlich

Elektromobilität bietet eine Chance, die Luftqualität merklich zu verbessern. Die Stadt Ladenburg geht mit gutem Beispiel voran: Gestern stellte Bürgermeister Stefan Schmutz den „StreetScooter“ (Eigenname) vor. Das ebenso geräuschlos wie klimafreundlich rollende Elektrofahrzeug des städtischen Bauhofs wird vorzugsweise mit Strom aus der neu installierten Photovoltaik-Anlage (PVA) auf dem Dach der Fahrzeughalle des städtischen Bauhofs aufgeladen.

„Hoch erfreut“, das drigend benötigte und von den Mitarbeitern langersehnte zweite Müllfahrzeug endlich in Betrieb zu nehmen, präsentierte Schmutz nicht minder strahlend auch „noch eine zweite Neuigkeit“: Jene Solarzellen auf dem Dach liefern nämlich nicht nur Strom für die Streetscooter-Ladestation an der Außenwand („Wallbox“), sondern bieten Bürgern auch die Möglichkeit, sich an der Heidelberger Energie-Genossenschaft (HEG) zu beteiligen: Durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen lässt sich in Ladenburg produzierter Solarstrom beziehen. „Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um Schadgase aus dem Autoverkehr und Klimaschutz sehen wir das als Schritt in die Zukunft an“, sagte Schmutz.

Leasingkosten von 987 Euro

Der ausgewählte Fahrzeugtyp wurde von einem ausgegründeten Unternehmen der Technischen Hochschule Aachen für die Deutsche Post konstruiert. Das Logistikunternehmen entwickelte das nach ergonomischen Prinzipien gestaltete E-Fahrzeug für den freien Markt weiter. Der geleaste Dreiseitenkipper soll in Ladenburg überwiegend zum Leeren der Abfalleimer im Stadtgebiet im Einsatz sein und im Sommer den Müll von der Grillwiese aufnehmen, so Stadtbaumeister André Rehmsmeier. Es fallen monatliche Leasingkosten in Höhe von 987 Euro an (Bruttokaufpreis: 58 244 Euro).

Investitionen in Höhe von 85 000 Euro für PVA sowie Ladesäule, wo der E-Scooter nach Feierabend in sechs bis acht Stunden „volltankt“, tätigte dagegen die HEG. Im Gegenzug stellte die Stadt ein weiteres Dach für PVA-Module mit einer theoretischen Spitzenleistung von rund 70 Kilowatt-Peak zur Verfügung. Bereits auf dem benachbarten Bürogebäude des Bauhofs und seit 2012 auf der Merian-Realschule betreibt die HEG in der Römerstadt solche Anlagen.

„Mit den neuen Modulen, die leichter und effizienter sind, könnte man 15 bis 20 Vierpersonenhaushalte versorgen“, sagt Vorstandsmitglied Nicolai Ferchl. Die HEG sehe sich als „Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft“, sodass der gewonnene Strom auch Zuhause nutzbar sein könne. Eine Informationsveranstaltung für Interessierte sei geplant. 30 bis 40 Investoren seien denkbar. Beteiligungspakete bestünden aus zwei Genossenschaftsanteilen im Wert von jeweils 100 Euro und einem Darlehen über 800 Euro, das mit drei Prozent auf 20 Jahre verzinst sei. Die Anlage sei groß genug, um „immer gute Erträge erzielen zu können und so einen Beitrag zu leisten, dass Ladenburg CO2-freier wird“.