Ladenburg

Ladenburg Kindergrabfeld auf dem Friedhof mit ökumenischem Segen eingeweiht / Bewegende Liebrich-Skulpturen an der Urnenwiese

Ein tröstlicher Ort für Trauer und Verbundenheit

Archivartikel

Wenn Babys sterben, bevor sie richtig leben, bricht für Eltern und Angehörige eine Welt zusammen. Mit dem „Schmetterlingsgrabfeld“ gibt es jetzt auf dem Friedhof in Ladenburg einen Platz, wo sich Trauer und Schmerz, aber auch innere Verbundenheit, tröstend an einen Ort binden lassen. Dass dieser „möglichst nicht benötigt wird“, wünschte sich Bürgermeister Stefan Schmutz in einer verständnisvollen Ansprache bei der kleinen öffentlichen Feierstunde zur Einweihung mit einem ökumenischen Segen durch den evangelischen Pfarrer David Reichert und den katholischen Diakon Tomas Knapp.

Das „besonders berührende Thema“, so Schmutz, zog viele Stadträte ebenso an wie an der Umsetzung des anonymen Grabfeldes Beteiligte. Ein gewundener Pfad, von weißen Kieselsteinen gesäumt, und ein gewölbter Holzsteg, der inmitten von filigranen Pflanzen symbolisch über ein Bachbett von der einen auf die andere Seite führt: Die ansprechende gärtnerische Gestaltung gilt als gelungen. „Unsere Gartenbau-Ingenieurin Eva Hofmann hat Stauden ausgewählt, die das ganze Jahr über Farbtupfer setzen und etwas Erfreuliches fürs Auge bieten“, erklärt Stadtrat Max Keller von der Baumschule Huben auf Anfrage.

„Die Planung erfolgte in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Ladenburg und der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner“, teilt die Verwaltung mit, deren verantwortlichen Mitarbeiter von Schmutz Lob für das Management des sensiblen Themas hören. Sach- und Geldspenden der Unternehmen Blumen Freund, ERDA Gartenservice, Natursteinbetrieb Thorsten Werner, Christian Vögele Holzbau, Josef Schnell Bauunternehmung und Pflanzenhandel Huben unterstützten das Vorhaben. Ergänzt wird es durch das Angebot der beiden großen Kirchengemeinden, die Bestattungstermine im März und im September mit ökumenischen Trauerfeiern zu begleiten.

Kunstvoll geschnitzte Skulpturen

Auf eine weitere Neuerung auf dem Friedhof wies Schmutz hin: Nahe des „Schmetterlingsgrabfeldes“, nämlich auf der Urnenwiese, drücken kunstvoll geschnitzte Skulpturen Erinnerung, Trost, Trauer und Schmerz aus. Wie der „Mannheimer Morgen“ bereits ausführlich berichtete, hat diese der Ladenburger Holzsägekünstler Jochen Liebrich gestaltet. Da dieser zurzeit verreist ist, überreichte stellvertretend Stadträtin Carola Schuhmann ein Fotobuch zur Entstehung des gelungenen Projekts an Schmutz. Dieser sieht die Werke als „faszinierendes und bedeutungsvolles Beispiel, wie aus vermeintlichem Totholz Neues entstehen kann.“ Liebrich bedauerte es im Vorfeld gegenüber dieser Zeitung, „an dem festgelegten Termin wegen eines seit langem geplanten Urlaubs im Ausland“ nicht teilnehmen zu können. Sein „besonderer Dank“ gelte Rathausmitarbeiterin Nicole Ernst-Karch, Friedhofsverwaltung und Bauhof sowie Friedhofsgärtner Heiko Freund „für die tolle Unterstützung bei der Erstellung der Skulpturen“. Seine jüngsten Werke in freier Wildbahn sind – nach dem „Biber“ an der Merian-Realschule und vielen weiteren – die „Hasen“ auf der Fährwiese am Neckar sowie ein „Guter Geist“ im BUND-Garten im Waldpark.