Ladenburg

Ladenburg Triathlon-Festival ist ein Vierteljahrhundert alt / Feier im Domhof / Interviews mit Gründern und Bürgermeistern

Eine Kultveranstaltung wird 25

Ob Musik, Drachenboot, Literatur oder Film - die Mutter aller Festivals in Ladenburg ist und bleibt die Triathlon-Veranstaltung. Sie findet am kommenden 20. Juli schon zum 25. Mal statt, was nun Anlass war für eine Feier im voll besetzten Domhof: Jeannette Friedrich, Dieter Scheithe und Gerd Nemeth sorgten dabei für die musikalische Umrahmung, die LSV-Showgruppe für ein buntes Programm, dazu gab es eine Festschrift und Foto-Impressionen der letzten 25 Jahre. Dass der „RömerMan“-Wettbewerb die Stadt zu einer Hochburg im olympischen Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen machen würde, hätten anfangs die wenigsten gedacht.

Altbürgermeister Rolf Reble erzielte einen Lacher, als er gestand, anfangs sogar gedacht zu haben: „Mein Gott, was soll das?“ Sein Nachfolger Rainer Ziegler erinnerte sich im Interview mit Moderator Wolfgang Grünewald vom Rhein-Neckar-Fernsehen: „Das Wichtigste war die Sicherheit der Teilnehmer und deshalb das Schlimmste ein drohendes Unwetter.“

So hätten schwarze Gewitterwolken 2012 einen Schwimmstart im Neckar nicht zugelassen. Aus dem Dreikampf wurde ausnahmsweise ein Rad- und Laufwettbewerb. Doch es überwogen Highlights und Heiteres. So zeigte sich das amtierende Stadtoberhaupt Stefan Schmutz „überzeugt, dass es den Triathlon auch noch in 50 Jahren geben wird.“ Das gab prasselnden Applaus im Saal, den größtenteils Helfer und Sportler füllten.

Dass die hundertprozentige Ehrenamtsquote unter den Organisatoren den besonderen Charme dieses Festivals ausmacht, kam in der anschließenden Talkrunde heraus: „Die Leidenschaft unserer 500 Helfer ist konstant vorhanden und das Orga-Team immer größer geworden“, sagte Günter Bläß, einer der beiden Gründerväter der heutigen Großveranstaltung mit 1600 Startern. Als es bei der Premiere 1995 noch wenige Hunderte waren, stand mit Georg Rombach ein Pionier an der Seite von Bläß.

„Was haben viele gelacht, als wir sagten, dass Ladenburg eine Hochburg wird, und es ist eine Hochburg geworden“, sagte Rombach unter Beifall. Der Triathlon-Guru hob hervor, wie bedeutend es auch war, die Disziplin als Breitensport zu etablieren und warnte vor professionellen Vermarktern. Er dankte „drei guten Geistern“: Ohne Reble „gäbe es den Triathlon nicht“, mit Ziegler habe man „eine geile Zeit gehabt“, und Schmutz habe eine „schöne Aufgabe für die nächsten 25 Jahre“.

Für Rombachs Nachfolger Jürgen Hilberath ist klar: „Man kann nicht hoch genug schätzen, was Günter Bläß bis heute für dieses Event macht, denn er lebt den Triathlon und ließe sich wohl nur durch eine halbe Handballmannschaft ersetzen.“ Der 66-jährige Bläß sagte zum Vergnügen der Zuhörer: „Wenn ich in 25 Jahren noch den Triathlon mache, gebe ich einen aus.“

Alle waren sich einig: Um den Triathlon in die Zukunft zu führen, müsse man Jüngere behutsam an die Verantwortung heranführen. Für den vierfachen „RömerMan“-Sieger Florian Angert aus Weinheim waren immer die Cup-Serie mit ihrer Preisgeldsumme und Topstars am Start ausschlaggebend. Und: „Ich mag die Radstrecken durch meine Heimatregion.“ Sein erfolgreicher Triathlon-Kollege Michi Göhner (Reutlingen) brachte es so auf den Punkt: „Das ist eine Kultveranstaltung.“ Grußworte kamen von Petra Klodt von der Sportvereinigung sowie Heinz Janalik, dem Ehrenpräsidenten des Badischen Sportbunds.