Ladenburg

Ladenburg Ursula Haverkate zu „Heldin des Garango-Vereins“ ernannt / Datenschutz vorbildlich umgesetzt

Ensink will 2020 wieder kandidieren

Zur „Heldin des Garango-Vereins“ hat die Vorsitzende Gabriele Ensink am Donnerstagabend augenzwinkernd „ihre“ Kassiererin Ursula Haverkate ernannt. Habe diese doch als „wahrscheinlich einzige in Ladenburg die Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union gänzlich durchgelesen und sogar verstanden“, so Ensink, als sie das bedruckte Shirt überreichte. Nur dank des großen Einsatzes von Haverkate habe der Partnerschaftsverein „dieses schreckliche Thema überlebt“. Jetzt laufe auch die Webseite wieder.

Dass die unermüdliche Vorsitzende selbst einen Tapferkeitspreis verdient hätte, zeigte sich zu Beginn der Sitzung mit rund 30 Mitgliedern im Domhofsaal: Die Leitung übernahm Ensink trotz einer anstrengenden medizinischen Behandlung am selben Tag. Hatten ihr noch im Frühjahr „Kraft und Energie dafür gefehlt“, will sie bis Frühjahr 2020 den aufwändigen Antrag auf Bundesfördermittel für ein großes Frauenprojekt in der westafrikanischen Partnerregion Ladenburgs bewilligt haben. „Falls Sie sich fragen sollten, wie es Ihrer Vorsitzenden geht: Meine gesundheitlichen Aussichten sind gut, und ich möchte 2020 auch wieder für das Amt kandidieren“, sagte Ensink unter Beifall, der große Anerkennung ausdrückte.

Die nachhaltige Dankbarkeit für das langjährige Wirken des Anfang 2019 verstorbenen Ehrenvorsitzenden Ewald Blümmel schlug sich in einer Schweigeminute zu seinem Gedenken nieder. Zu Lebzeiten hätte ihn sicher gefreut, was Vorstandsmitglied Guido Golba zu berichten hatte: Im vergangenen Jahr konnte die Zahl der Patenschaften auf 1513 Kinder leicht gesteigert werden. Aktuell gelte es jedoch weiterhin den Ausfall eines „Großpaten“ zu kompensieren. Ein gewisser Erfolg stelle sich bereits ein. Auch sei die Zahl der Mitglieder auf 421 angestiegen.

Was Hilfsprojekte betrifft, so steht der Neubau einer Schule im Bezirk Gozeré „kurz vor Abschluss“, wie Ensink mitteilte. Dafür investierte der Verein rund 37.000 Euro. Dank des Großspenders „RED CHAIRity“ sei ein weiterer Neubau geplant. Alle vier Garango-Bezirke, also auch Boussouma, Komtuega und Niaogho, bekamen für 43 000 Euro neue Trinkwasserbrunnen. Einen davon finanzierte die Stadt Ladenburg zum 35. Jubiläum der Partnerschaft. Im Frühjahr wurde die Staudammsanierung im Wert von 11.000 Euro abgeschlossen. Darüber informierte Herbert Felbek.

„Patengelder und Spenden machen 72 Prozent unserer Einnahmen aus“, sagte Kassenwartin Haverkate. Nach dem Bericht von Kassenprüfer Gerhard Seiser dankte Paul Gerstenberger dem Vorstandsteam vor der einstimmigen Entlastung „für die tolle Arbeit, die geleistet wurde“. Ensink stellte abschließend ihr früheres Patenkind vor, das inzwischen Deutschlehrer sei und in Ladenburg eine Ausbildung mache, mit dem Ziel in Garango eine Krankenpflegschule aufbauen zu können. pj