Ladenburg

Heddesheim Sternsinger sammeln mehr als 7300 Euro für Kinder in Not ein / Pfarrgemeinde spendiert Betreuern T-Shirts

„Es ist cool, einmal im Jahr König zu sein“

Archivartikel

Als Anika (12) vor sechs Jahren zum ersten Mal bei der Sternsinger-Aktion mitmachte, hätte sie nicht gedacht, dass sie auch heute noch dabei sein würde. „Damals wollte ich nur mal schauen, wie das so abläuft“, erzählte sie. „Als ich dann gesehen habe, wie sehr sich die Leute über unseren Besuch freuen und wie viel Spaß mir das Ganze macht, wollte ich auch in den darauffolgenden Jahren Sternsinger bleiben!“

So zog Anika auch am jüngsten Dreikönigstag wieder mit insgesamt 59 anderen Kindern im Alter zwischen fünf und 14 Jahren wieder durch Heddesheim, um Segen zu bringen und Spenden zu sammeln für Kinder Not. Dass es diesmal besonders kalt und neblig war, machte Emma (11) überhaupt nichts aus: „Es macht mir trotz der Kälte viel Spaß, weil das alles für den guten Zweck ist.“

Vorbereitungen seit November

Die Vorbereitungen für den 6. Januar beginnen immer schon im November. Sobald Oganisationsleiterin Ursula Fritz-Klumpp alle 24 Begleiter zum ersten Treffen zu sich einlädt, macht sich Vorfreude breit. Dann fängt das Ideensammeln und große Planen an: Wie viele Kronen müssen gebastelt werden? Wer verziert welche Plakate und wo werden diese mit den Anmeldelisten aufgehängt? Welche Lieder werden dieses Jahr gesungen? – Und so weiter.

„Eine große Unterstützung für mich sind die jugendlichen Betreuer, die sich nicht nur verantwortungsvoll um die Kinder kümmern, sondern auch mit anpacken“, berichtete die stolze Organisatorin Fritz-Klumpp dem „MM“ und fügte hinzu: „Sei es beim Verstauen von Königsgewändern, Weihrauch und Sammeldosen oder beim Küchendienst: Ohne deren umsichtige Unterstützung wäre die Aktion nicht durchführbar.“

Nachdem alle Listen und Plakate eingesammelt und die Lieder im Dezember bei der ersten Probe einstudiert worden waren, stand der letzte und wichtigste Organisationstag bevor: Am 5. Januar versammelten sich alle Beteiligten, um Gruppen zu bilden. Dann ging es mit den Betreuern ans Anprobieren der bunten Gewänder, schillernden Mäntel und Turbane. Diese waren von Iris Linsenbühler und Gerda Fritz handgefertigt worden. Niklas (7) verriet, dass er die Verkleidung am besten finde, was sein Sternsinger-Kollege Patrick (8) bestätigte: „Es ist einfach cool, einmal im Jahr König zu sein!“

Die Gruppenbegleiter feilten stundenlang an der Routenplanung, die bei aller Erfahrung alljährlich eine neue Herausforderung ist – schließlich sollen alle Kinder ungefähr gleich viele Haushalte besuchen. 330 hatten sich zur jüngsten Aktion angemeldet, und um halb 10 Uhr morgens startete die Aktion mit Ankleiden und Schminken. Eine schöne Überraschung hielt die Pfarrgemeinde für die Begleiter parat: Für jeden gab es ein gelbes T-Shirt mit der Aufschrift „Sternsinger“. Die Shirts wurden in Indien unter fairen Arbeitsbedingungen und aus Bio-Baumwolle produziert.

Nach dem Gottesdienst gab es das traditionelle Nudelessen im St. Remigiushaus: Zehn Kilogramm Nudeln und etliche Liter leckere Tomaten- sowie Bolognesesoße wurden ratzfatz verputzt. So gestärkt machten sich die 14 Gruppen auf den Weg und sangen laut ihre Lieder „Stern über Bethlehem“ und „Wir kommen daher aus dem Morgenland“. Mit der gesegneten Kreide durfte dann meist der größte Sternsinger „20*C+M+B+20“ (Christus Mansionem Benedicat) auf die vielen Türen schreiben. Als es schon längst dunkel war, trudelten die ersten Gruppen wieder im St. Remigiushaus ein. Die unendlich vielen Süßigkeiten, die sie bei der Aktion erhielten, wurden gerecht aufgeteilt – dabei war die Freude kaum zu überhören. Nach dem gemeinsamen Abendbrot erhielt jeder Teilnehmer eine von Jörg Klumpp angefertigte Urkunde.

Als Ursula Fritz-Klumpp verkündete, dass insgesamt 7316,23 Euro gesammelt wurden, wollte der Applaus kein Ende nehmen. „Dass sich die Kinder mit einer so großen Begeisterung für die gute Sache einsetzen, finde ich jedes Mal aufs Neue toll“, sagte Fritz-Klumpp dem „MM“ später. Den Spielenachmittag und somit ein abschließendes Treffen noch im Januar können die kleinen Helfer jetzt kaum abwarten.

Zum Thema