Ladenburg

Ladenburg Ausstellung mit AINO und Hirofumi Fujiwara im Lobdengau-Museum

„Es sind beides wundervolle Künstler“

Archivartikel

Beide haben schon bei Gruppenausstellungen in der Römerstadt geglänzt. Jetzt widmet der Kunstverein Ladenburg (KVL) AINO und Hirofumi Fujiwara eine gemeinsame eigene Schau, die noch bis 15. Juli im Lobdengau-Museum zu sehen ist.

Ihr „Dialog des Stofflichen“ ist ein Muss für Freunde zeitgenössischer Kunst und ein Glanzlicht im KVL-Kulturprogramm. Denn mit dem aus Japan stammenden Fujiwara zeigt ein Karlsruher Meisterschüler des international renommierten Bildhauers Stephan Balkenhol charakteristische Figuren aus seiner Reihe „Utopia“, die weltweit schon in einigen Großstädten von sich reden machte.

Nicht minder aufsehenerregend: die Arbeiten von Nadeshda Kaschina. Die Künstlerin stammt aus Russland, lebt in Heidelberg sowie Berlin und präsentiert ihre ebenso erstaunlichen Werke unter dem aus dem Finnischen entlehnten Künstlernamen AINO. „Ich habe sie vor zwei Jahren erstmals bei einer Ausstellung entdeckt und bin seitdem immer wieder auf sie gestoßen“, erzählt Wiebke Hünermann-Neuert bei der Vernissage. Damit zeigt sich die KVL-Chefin am Puls der Kunstwelt, da die von Haus aus studierte Architektin AINO erst 2015 als freischaffende Künstlerin debütierte. „Es sind beides wundervolle Künstler, und ich freue mich sehr, dass sie mit uns diese schöne Ausstellung machen“, sagt Hünermann-Neuert.

Schmutz: Mehr für Kulturelles tun

Bei der Eröffnung sitzt mit der Heidelberger Musikerin Julia Vardigans, so die KVL-Vorsitzende, „eine echte Könnerin“ am Cello. Ihr ausdrucksstarkes, obertonreiches Spiel rollt dem „Dialog des Stofflichen“ den passenden Klangteppich aus. „Das gezeigte Oeuvre umkreist das Thema Zeit und Leben – Lebenszeit“, erklärt die promovierte Heidelberger Kunsthistorikerin Maria Lucia Weigel AINOs Werk. In ihrer Arbeit „Games“ habe die Künstlerin miniaturisierte Figuren rasterartig angeordnet und auf dem Bildträger in Wachs eingegossen, das hier ein wichtiges Arbeitsmaterial sei. So arrangiere AINO auch Nägel „spannungsreich“ auf einer Wachsschicht.

Ganz der menschlichen Figur widme sich Fujiwara in seinem Schaffen. „Er setzt sie als Einzelfigur in Szene und deutet damit in seinen Rauminstallationen auf subtile Weise Möglichkeiten psychischer Gestimmtheit an“, so Weigel. Glasscheiben vor den Figuren bezeichneten den „psychischen Abstand, der jeden von uns zur Person werden lässt“. Damit thematisiere der Künstler die „empfundene Grenze zwischen dem Selbst und dem Außen“.

Stellvertretend für Museumsleiter Andreas Hensen lobte Bürgermeister Stefan Schmutz begeistert den „kulturellen Höhepunkt“, den der KVL erneut setze. Er thematisiert auch, dass die Reihe „Kultur im Domhof“ entfällt, weil man sich „nicht mit dem Veranstalter einigen“ konnte (wir berichteten ausführlich). Doch sehe er ein, „dass wir in Ladenburg doch mehr tun müssten im Hinblick auf Kulturelles“.