Ladenburg

Ladenburg 59-jähriger Seckenheimer Jürgen Müller liebt Herausforderung im Hindernisparcours / Ab 19. November Kinderkurse bei „jump4all“

Ex-Fußballprofi punktet jetzt als „Ninja-Opi“

Archivartikel

Jürgen Müller nennt sich voller Stolz „Ninja-Opi“. Der Lkw-Fahrer aus Seckenheim ist nämlich mit seinen 59 Jahren einer der ältesten Teilnehmer an einer „Ninja-Warrior“-Folge des privaten Fernsehsenders RTL, die nach geheimen Kämpfern im alten Japan benannt ist. Von dieser Wettkampfshow lassen sich Hunderttausende motivieren, regelmäßig Ausdauer-, Kraft- und Koordinationsübungen zu machen. Andere haben dagegen noch nie etwas von dem herausfordernden Fitnessspaß im Hindernisparcours gehört. Für den früheren Fußball-Profi Müller kommt seit drei Jahren nichts anderes mehr in die Tüte.

„Die ganze Community ist wie eine Familie, und das macht so Spaß“, schwärmt der einstige Mittelfeldkicker internationaler Clubs. In Belgien, Niederlande und Spanien lief er damals auf. „Cruyff, Rijkaard, van Basten, Gullit: Gegen all diese Weltfußballer habe ich in den 80ern gespielt“, erzählt der muskulöse „Ninja-Opi“ fast beiläufig. Auch vom Trainerdasein bei Mannheimer Fußballvereinen hat er genug. Vor drei Jahren entdeckte er die Wettkampf-Show im Fernsehen. Müller war begeistert. Und fühlte sich endlich wieder herausgefordert.

„Kraftsport war schon immer mein Ding“, sagt Müller. Willenskraft und Ehrgeiz seien seine Stärken: „Es gibt nichts, was nicht geht – das ist mein Motto.“ Er bewirbt sich zweimal erfolglos bei RTL, intensiviert danach jedes Mal das Training im Hangeln, Balancieren und Springen. Zur vierten Staffel setzt er sich dieses Jahr mit 280 weiteren Kandidaten unter insgesamt 13 000 Bewerbern durch.

„Ninja-Opi“ steht auf den Shirts seiner Fans bei der Aufzeichnung einer Show in der Karlsruher DM-Arena. Müller verfehlt im Juni nur knapp das Halbfinale. „Der Parcours ist extrem schwer, und es sind auch Profisportler, Bundesligakletterer, Trampolinspringer und Spitzenturner am Start“, berichtet Müller. Die Konkurrenz ist enorm stark. „Auch die Stimmung in der Halle ist echt gigantisch“, erinnert sich Uli Höflein. Der 41-jährige Ladenburger Basketballer ist nebenberuflich als Social-Media-Berater tätig und betreut den Trampolinpark „jump4all“ in der Römerstadt. Dass Müller als der älteste Ninja-Warrior, der je in dieser Show soweit gekommen ist, ab 19. November fünf einstündige Kurse für Kinder ab zehn in Ladenburg gibt, elektrisiert Höflein: „Das ist ein Knaller.“

Keine Frage: Müller ist ein Vorbild. Kinder im Grundschulalter erkennen ihn auch bei unserem Besuch in Ladenburg. Eine Mutter erkundigt sich nach Terminen. Sie findet, dass das eine ideale Ergänzung zum regelmäßigen „Fitness-Jumping“ mit der Ladenburgerin Charlotte Schmitt sei. „Das wird alles gut nachgefragt“, bestätigt Filialleiter Memet Dirican strahlend den Trend, den „Ninja-Warrior“ mitausgelöst hat. Ursprünglich in Japan konzipiert und ab 1997 ausgestrahlt, hat das Kraft, Ausdauer und Körperbeherrschung fordernde Überwinden von Hindernissen längst einen weltweiten Siegeszug hinter sich.

In der Szene etabliert

Auch Jürgen Müller ist inzwischen in der Szene etabliert: Er gehört zur „Ninja-League“ und tourt mit anderen Assen durch deutsche Hallen. Seine Spezialität: Er absolviert Hindernisse wie Himmelsleiter oder Slackline blindlings mit einer Augenbinde. „Das habe ich im Gefühl, und das macht sonst keiner“, weiß er auch um den Showeffekt. Jede Woche trainiert er mehrmals entweder im „Warriors Luck“ bei Marion Luck in Erlangen oder in den „Venice Beach“-Studios.

Im Ladenburger „jump4all“ absolviert er den 50 Meter langen Parcours mit acht Hindernissen springend, hangelnd, balancierend und kletternd in 59 kraftraubenden Sekunden. Die besten benötigen nur 30. Aber das sind deutlich jüngere Athleten. „Gegen die habe ich keine Chance, ich bin immer der älteste“, sagt Müller grinsend. Es macht ihm nichts aus. Er ist eben einfach der „Ninja-Opi“.

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