Ladenburg

Ladenburg Bebauungsplan Nordstadt wird in Teilbereichen präzisiert / Einstimmiger Beschluss des Gemeinderats

Fehler soll bis November behoben sein

Archivartikel

Erst seit rund einem Jahr ist der Bebauungsplan Nordstadt-Kurzgewann rechtsgültig. Und schon ist eine erste Änderung notwendig. „Warum?“, fragte Hartmut Müller als Einwohner in der Fragerunde eingangs der jüngsten Gemeinderatssitzung. Es dauerte dreieinhalb Stunden, bis der Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde. Dann räumte der beauftragte Stadtplaner Dietmar Glup (Sinsheim) auf Nachfrage von Wolfgang Luppe (FDP) einen Fehler seines Büros ein.

„Sie haben recht, das ist im Planerteam nicht erkannt worden“, sagte Glup. Für die „Nachsteuerung der Festsetzungen“ sei jedoch nur eine einfache Änderung erforderlich. Dies sei nicht teuer. Aber man sollte besser jetzt reagieren, bevor man potenzielle Bauanträge ablehnen müsse. „Bis November sollten wir mit dem Verfahren durch sein“, meinte Bürgermeister Stefan Schmutz. Über die nach Auskunft von Glup geringen Mehrkosten werde man sich einigen, so Schmutz auf Nachfrage von Sven Ruster (Freie Wähler).

Betrifft nur Teilbereiche

Schmutz betonte, dass man den Bebauungsplan nicht im Grundsatz anfasse, sondern nur in Teilbereichen präzisiere. „Damit wir später nicht ständig über Ausnahmen entscheiden müssen“, erklärte Schmutz.

Laut Ratsvorlage wäre ein Teil der Baugrundstücke aufgrund der ursprünglich ausgewiesenen Abstandsfläche nach der Landesbauordnung „nur unter erschwerten Bedingungen bebaubar“. Das Baurechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises legte für diese Teilbereiche im nordwestlichen und nordöstlichen Teil des Gebiets eine Anpassung nahe.

Der Technische Ausschuss (TA) des Gemeinderats war bereits in nichtöffentlicher Sitzung übereingekommen, in den betroffenen Bereichen darüber hinaus die Dachneigungen anzupassen.

So wurde am Ende festgelegt, dass bei Doppelhaushälften in einem bestimmten Fall (nur ein Bauherr) die Dachneigung bis auf 32 Grad herunter gehen könne. Dies ermöglicht nach Auskunft von Glup Gebäudetiefen von 12,60 Meter. Zuvor hätten Bauherren rund zwei Meter weniger erzielt, was realitätsfern sei. Auf Einzelhäusern reiche die Spanne nach wie vor bis 45 Grad Dachneigung. Einwand von Herbert Felbek und Ilse Schummer (beide SPD): Man wolle doch mit ladenburgtypisch steilgeneigten Dächern einen Übergang vom Kurzgewann zum Neubaugebiet schaffen.

Glup entgegnete, dass eine Spannbreite von 35 bis 45 Grad schon immer da gewesen sei und man nur im genannten Fall nun auf 32 gehen dürfe. Die TA-Mitglieder hätten keine höhere Gebäude haben wollen. Deshalb sei man auf diese Dachneigung gekommen. „Die Idee des vernünftigen Übergangs bleibt erhalten. Wir stimmen zu“, sagte Max Keller (Bündnis 90/Die Grünen). Der Beschluss fiel dann einstimmig aus.