Ladenburg

Gaststätte zur sofortigen Schließung gezwungen: Wirt will Kartoffelgerichte verschenken

Archivartikel

Er finde es so schade, „dass hier in Deutschland in Zeiten der Krise so wenig Positives passiert.“ Das sagt Bernd Gerstenberger noch am Mittag im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Gastronom vom Ladenburger Restaurant „Die Kartoffel“ will ein Zeichen setzen für mehr Miteinander, erinnert an die vielen Italiener, die trotz verordneter Isolation auf ihren Balkonen stehen und mit einander singen.

Für „alle positiv denkenden Menschen“ bietet er deshalb am Donnerstag Kartoffelspezialitäten zum Abholen an – umsonst. Als der „MM“ vorbeikommt, ist die Gaststube mit der verspielten Dekoration aus Antiquitäten wie leer gefegt. Hinterm Tresen steht Gabriella Gerstenberger und erklärt, dass die Aktion von behördlicher Seite unterbunden wird: „Wir müssen schließen, jetzt.“

Das Ordnungsamt sei gerade da gewesen, berichtet sie und zuckt die Schultern: „Wir wollten alles verschenken, sonst müssen wir ja wegwerfen, was noch da ist.“ Und es ist viel da: Kartoffeln en masse, Sauerrahm-, Lachsdip und vieles mehr. Wie es nun weitergehen soll, weiß sie nicht, ist ratlos und versucht es mit Optimismus: „Vielleicht werden wir jetzt erstmal streichen?“

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