Ladenburg

Suebenheim/Ladenburg Michael Heck und Werner Molitor bringen Praxishandbuch Gebrauchsrasen heraus / Privatgärtner profitieren

Geballtes Fachwissen gebündelt

So ein sattgrüner und dichter Rasen lässt immer noch viele Gärtnerherzen höher schlagen. Wer das schon immer einmal hinbekommen wollte, den könnte das nagelneue Handbuch von Michael Heck interessieren. Der in Suebenheim wohnende Ingenieur ist von Beruf Sachgebietsleiter an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Heidelberg. Mancher Leser kennt ihn auch als Aktiven des Motorsportclubs Dr. Carl Benz Ladenburg. Dort lebt sein Ko-Autor und Fachkollege Werner Molitor. Er ist zugleich Hecks Amtsvorgänger im Ruhestand.

„Fachgerechte Anlage und Pflege machen einen guten Rasen aus“, weiß Heck aus Erfahrung. Was das bedeutet, hat er zusammen mit Molitor in dem Praxishandbuch zusammengefasst. Zum erweiterten Redaktionsteam gehörten auch der Fertigrasenspezialist Thomas Büchner und Michael Schlosser vom Verein „Heidelberger Rasentage zur Förderung moderner Rasenpflege“ als Mitherausgeber. Man habe festgesellt, dass immer wieder Fehler gemacht würden, die sich bislang nicht ausmerzen ließen. „Halbwissen regiert, so dass wir mit dieser Broschüre jeden am Rasen interessierten in die Lage versetzen wollen, einen gesunden Gebrauchsrasen anzusäen oder Fertigrasen zu verlegen und danach richtig zu pflegen“, führt Heck aus.

Zwei Jahre Arbeit

So werde beispielsweise oft schlichtweg zu wenig durchdringend gewässert und gedüngt, ergänzt Gartenbauingenieur Molitor. Für den früheren Fachlehrer war es „besonders schwierig, all das, was man über Rasen weiß, auf so wenigen und obendrein bebilderten Seiten unterzubringen“. Doch dies ist dem Expertenteam in zweijähriger Arbeit gelungen. Die einzelnen Arbeits- und Pflegeschritte werden in aussagekräftigen Bildern nachvollziehbar erklärt. Informationen zur Kostenkalkulation runden die Inhalte ab. Ob Rasen auch ökologische Kriterien erfüllt, erläutert Molitor auf Nachfrage so: „Es wird jedenfalls Kohlendioxid gebunden und Sauerstoff produziert, wenn auch weniger als bei Bäumen“, erklärt Molitor. Außerdem werde Wasser verdunstet und bringe damit Kühle. „Das bringt der Schotter- oder Kiesvorgarten zum Beispiel in keinem Fall“, fügt er hinzu.

Das handliche Buch mit Ringbindung und abwaschbaren Seiten ist für angehende und ausgebildete Garten- und Landschaftsbauer ebenso gedacht wie für Privatgärtner. „Das erste Buch, das in dieser Reihe erschienen ist und sich um den Bau von Naturstein-Trockenmauern dreht, kam so gut an, dass wir gesagt haben, das machen wir wieder so“, erklärt Heck. Sportrasen und andere Rasentypen sparten die Autoren bewusst aus, um den Rahmen nicht zu sprengen. „Um es für jedermann verständlich zu machen, beinhaltet das Buch ein Glossar, in dem wesentliche Fachbegriffe erklärt werden“, sagt Heck. Zu einigen Themen gebe es QR-Codes fürs Smarthone, mit denen sich Lehrvideos anschauen ließen. Die Fotos entstanden teilweise mit Auszubildenden, Gärtner und Meister des Lehr- und Versuchsbetriebs der LVG mit Meisterschule für die Bereiche Zierpflanzen, Gemüsebau, Baumpflege sowie Garten- und Landschaftsbau in Heidelberg.