Ladenburg

Ladenburg Unterwegs mit der Sternsinger-Gruppe von Mitorganisatorin Karin Bentzinger / Als Kind selbst mitgelaufen

Gemeinsam gerne Gutes tun

Was ist das Wichtigste beim Sternsingen? Wir wollen es herausfinden. Und sind unterwegs mit Nele (10), Jule (8), Antoine (9) und Levin (11) in Ladenburg. Im Haus ihrer Begleiterin Karin Bentzinger treffen sich zunächst auch weitere Kinder, die wie die Weisen aus dem Morgenland gekleidet sind. Sie werden aber von Bentzingers 15-jähriger Tochter Kira und Maya Gander (16) auf einer anderen Route betreut.

„Weihrauch stinkt“, findet die achtjährige Lianne zwar, freut sich aber trotzdem sichtlich, erstmals dabei zu sein. Gerade haben Kira und Maya draußen die Räucherkohle entzündet, die das Pflanzenharz im Gefäß intensiv duften lässt. Weihrauch soll eine der Gaben gewesen sein, die drei weitgereiste Weise an Jesu Krippe mitbrachten. So steht’s in der Bibel. Eines ist sicher: Damals in Bethlehem war es nicht so kalt wie an diesem Tag. Bei Temperaturen um null Grad hat sich Adrianna (10), die schon zum vierten Mal mitmacht, gegen die Kälte gewappnet und zählt auf: „Leggings unter der Hose, langärmeliges Shirt überm Unterhemd, Oberteil, Anorak, Mütze, Handschuhe und warme Schuhe.“

Stern zum Spicken

Das ist also schon einmal wichtig: warme Wäsche unterm Gewand. Was ist mit den Liedtexten? Immerhin ist an jeder Tür ein anderer Song dran. „Dafür habe ich die Rückseite des Sterns zum Spicken“, erklärt Nele als Trägerin des Symbols schmunzelnd, als wir losgehen. Außer Antoine, der schon zum vierten Mal mitwirkt, sind alle anderen Anfänger. „Spätestens beim zehnten Haus haben sie es in diesem Alter drauf“, weiß Karin Bentzinger aus Erfahrung: Seit 14 Jahren gehört sie zur Organisationsgruppe. Als Kind war sie selbst Sternsingerin wie später ihre Tochter Kira, die nun selbst auch erstmals Betreuerin ist.

„Sie machen es recht gut“, sagt der erfahrene Antoine auf Nachfrage, wie es bei den Neuen mit dem Singen klappt. „Hoch am Himmel“ und „Stern über Bethlehem“ tragen die vier in knapp drei Stunden um die 60 Mal vor. Unermüdlich ziehen sie von Tür zu Tür. Zwischendurch gibt’s eine Aufwärmpause mit Getränk in Karin Bentzingers Haus. „Dass man Kindern hilft, die nicht so viel Geld haben wie wir hier“, ist für Antoine ein wichtiger Anreiz. „Außerdem bekommt man auch Süßigkeiten“, fügt er grinsend hinzu. „Einmal hat einer 100 Euro gespendet“, erinnert sich der Neunjährige an einen früheren Einsatz. „Das ist aber selten“, sagt Karin Bentzinger.

Spagetti mit Soße genossen

„Ich finde es schlimm, dass Menschen aus anderen Ländern benachteiligt sind“, erklärt Levin seine Motivation. „Das ist sehr lieb von Euch“, bedankt sich Anna Huljak-Pavisic. Auch Detlef Duske freut sich über den Besuch und lässt sich ebenso nach einer Spende den Segen an der Haustür erneuern: CMB steht für „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus). „Wir waren sehr erfolgreich“, erklärt Karin Bentzinger, nachdem beide Gruppen zum Abschluss bei ihr zu Hause Spagetti mit Soße genossen, Süßigkeiten aufgeteilt und Geld gezählt haben.

511 Euro sind allein in ihrer Nachbarschaft zusammengekommen. „Die Kinder haben gut durchgehalten, und es waren besonders viele Leute zu Hause“, zieht sie Bilanz. Und wir lernen, was wirklich das Wichtigste ist beim Sternsingen, nämlich gemeinsam mit Freude etwas Gutes tun.

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