Ladenburg

Ladenburg Hauptversammlung der Kolpingsfamilie / Spende an „Freezone“-Jugendhilfe

Grablied erinnert an Gründerzeit

Archivartikel

Eigentlich sollte der Spendenscheck im Wert von 600 Euro längst überreicht sein. Doch erst verhinderte ein Terminproblem die Übergabe an die Mannheimer Hilfseinrichtung „Freezone“ und jetzt ein Rückenproblem. Deshalb präsentierte sich das Vorstandsteam der Ladenburger Kolpingsfamilie am Montagabend bei ihrer 70. Hauptversammlung im katholischen Gemeindehaus eben allein mit dem Symbolscheck und erklärte, dass der Erlös des Bastelverkaufs auf dem Weihnachtsmarkt Straßenkindern zugutekommt.

Traditionell wird viel gesungen im Sozial- und Bildungsverein der örtlichen Kolpingsfamilie. Ihr offenes Volksliedersingen unter der Leitung von Theo Schmitt (Seckenheim) ist seit Jahrzehnten ein beliebter Klassiker im Terminkalender der Stadt und findet heuer am Montag, 22. Juni, um 19 Uhr erneut im Johanniter-Haus am Waldpark statt. Und zum Abschluss der Hauptversammlung erklangen alle Strophen von „’s war einst ein braver Junggesell“. Das alte Kolping-Grablied erinnert an die Gründerzeit der ursprünglichen Gesellenvereine ab 1846, die auf den Kölner Schustergesellen Adolph Kolping zurückgehen. Der damalige Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler bezeichnete die Bewegung 1864 als „einen katholischen Beitrag zur Lösung der Arbeiterfrage“. Unter dem Druck der Nazi-Diktatur änderten die Gesellenvereine ihre Bezeichnung 1935 in „Kolpingsfamilien“, um einem Verbot zu entgehen.

Über das umfangreiche weitere Jahresprogramm des Ortsvereins informierte Vorstandsmitglied Martin Bündgens die Mitglieder. Bereits am Freitag, 21. Februar, sind die Kolpingsschwestern und -brüder nicht nur zu Gast bei der „närrischen Singstunde“ der Ladenburger Sängereinheit im Ratskeller, sondern mit mehreren karnevalistisch begabten Aktiven sogar Teil des Programms. Voraussichtlich ein Höhepunkt im Kolpingsfamilienkalender für 2020 ist der Besuch der Ladenburger Großwäscherei „Witteler & Burkhardt“ am Donnerstag, 23. April (telefonische Anmeldung bis 6. April bei Ehepaar Bündgens).

„Mer hawwe widder kään Fehler g’funne: Mer soll’s net glaawe“, stellte Helmut Kinzig, Kassenprüfer neben Alex Krämer, voll des Lobes in Kurpfälzer Mundart fest. Er kritisierte jedoch die vierteljährlich zu entrichtenden Abgaben an den Kölner Hauptverband: „Das stört mich immer wieder, denn wir haben auch unsere Ausgaben.“ Dass der Verein auf einem guten Weg sei, dem Dachverband „nicht zu viel zu überlassen“, stellte Bündgens klar. So konnte nicht nur das Kassenverwalterehepaar Maria und Rudolf Körner, sondern auch das Vorstandsteam einstimmig entlastet werden. Dazu zählen außerdem Sabine Schmitt und Barbara Volk. Als Schriftführerin engagiert sich Andrea Bündgens. Besitzer sind Ursula Knopf, Robert Braun und Edith Speck. Erst im kommenden Jahr stehen Neuwahlen an.

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