Ladenburg

Ladenburg Bluesmusiker Martin Moro begeistert

Grandios und humorvoll

„Grandios, virtuos“, lautete das Urteil der Besucher des Konzerts von Martin Moro. Veranstaltet hatten das Konzert die Stadtmission Ladenburg sowie die Freie evangelische Gemeinde. Nur wenige Stühle waren nicht besetzt – und wer fehlte, hatte etwas Großes verpasst. Im Alter von fünf Jahren hatte Moro seine große Liebe entdeckt: den Blues. Doch der Lehrplan in seiner Heimatstadt Graz sah Flötenunterricht vor. Martin war entsetzt. Von einer Blues-Blockflöte hatte er noch nie gehört. Und was man dem Instrument entlocken konnte, hatte mit Blues nichts zu tun. Mit neun Jahren bekam er dann seine erste Gitarre.

Doch der Unterricht war nicht so, wie sich ein lernbegeisterter Jungmusiker das vorstellte. Seine Musik und seine Gitarre muss man lieben, umschmeicheln wie eine Geliebte. Nach drei Jahren beendete er den Unterricht und erwarb sein Können als Autodidakt. Und wenn man ihn spielen hört, fragt man sich, wer ihm denn hätte etwas beibringen können.

Finger fliegen über die Saiten

Moro versetzte die Besucher der Räume der FeG in der Wichernstraße in wahre Begeisterung. Musik aus unterschiedlichen Richtungen, gewürzt mit humorigen Erzählungen, ließen die fast drei Stunden im Fluge vergehen. Bei seinen von Welthits inspirierten eigenen Stücken flogen die Finger nur so über die Saiten. Moro plauderte auch gerne: „Österreich hat einen einzigen wirklichen Welthit. Wenn Sie die Melodie hören, werden Sie sagen – den kenne ich. Zwei hundertstel Sekunden später werden Sie sagen, den sing` ich mit! NEIN!“ Seiner Version von „Stille Nacht“ muss man zuhören, sich ganz tief in die Weihnachtszeit hineinversetzen. Stille, keine Hektik. Bezüglich der Weihnachtsstimmung in Graz frage man sich, wer gestorben sei, erzählte Martin Moro. Doch der Grazer sei anders als der Rest der Menschheit. Die Grazer freuen sich nach innen und vergessen, das Gesicht darüber zu informieren, dass sie sich freuen. Mit den Anekdoten Moros könnte man Bücher füllen.

Einige Besucher sprachen von einem Genie. Zu Recht! Für das Konzert wurde kein Eintritt verlangt. Lediglich Spenden wurden zur Minderung der Kosten akzeptiert. Für dieses Konzert hätten aber wohl die meisten Besucher gerne bezahlt. Und wenn das Defizit nicht zu hoch ausfällt, kommt Moro sicher wieder. dithu