Ladenburg

Ladenburg Derzeit läuft der Ausverkauf bei Textil Gottschalk und der Domhof-Galerie / Nachfolger in Sicht

„Großer Abschnitt meines Lebens endet“

Bei zwei Geschäften in der Ladenburger Hauptstraße läuft derzeit der Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe. Sowohl die Domhof-Galerie von Ingrid Künzler als auch Textil Gottschalk von Edeltrud Mächerlein schließen zum Jahresende.

„Es fällt mir schwer“, gesteht Edeltrud Mächerlein im Gespräch mit dem „MM“. Kein Wunder, denn sie ist eng verbunden mit dem Bekleidungsgeschäft, das es seit den 1920er Jahren gibt. „Es gehörte einer Tante von mir, Maria Gottschalk“, erzählt die 78-Jährige. „1953 kam ich als Lehrling in das Geschäft und habe es dann 1962 übernommen. Das ist eine lange Zeit. Jetzt endet ein großer Abschnitt in meinem Leben.“

Weshalb gibt sie das Geschäft auf, wenn es ihr so schwerfällt? „Ich habe gesundheitlich Glück gehabt, aber wer weiß, wie lange das anhält“, antwortet Edeltrud Mächerlein. Ein weiterer Anlass war, dass die Besitzerin eines Mannheimer Wäschegeschäfts, die ihren Betrieb nach Ladenburg verlagern will, auf sie zukam. Eröffnung soll am 1. März sein. „Und darin werde ich noch ein paar Stunden in der Woche arbeiten“, erklärt die 78-Jährige. Noch bis 31. Dezember läuft der Ausverkauf bei Textil Gottschalk.

Aus Altersgründen schließt Ende des Jahres auch die Domhof-Galerie, in der Perlen, Edelsteinketten und Acrylbilder im Angebot sind. Zudem, so Jürgen Künzler: „Wir haben jetzt Enkel.“ Zwölf Jahre hat seine Frau Ingrid das Geschäft betrieben, erzählt er. Ursprünglich waren es fünf Frauen, doch eine nach der anderen ist aus unterschiedlichen Gründen ausgestiegen.

Zu Beginn war es eine reine Gemäldegalerie, 2010 kam dann Schmuck dazu. Die Vorgeschichte der Gründung wirkt kurios. Nachdem die LBS-Niederlassung ausgezogen war, stand der Laden leer. Aus dem Freundeskreis kam die Anregung, eine Galerie aufzumachen. In 14 Tagen war das Geschäft angemietet und die Idee umgesetzt, lächelt der 74-Jährige.

Künzlers hatten von 1970 bis 2013 auch die Metzgerei im benachbarten Gebäude, das jetzt ein Eiscafé beherbergt. „In den ersten Jahren der Galerie haben wir an den Adventswochenenden die Metzgerei ausgeräumt, um auch dort Gemälde zu verkaufen, so gut lief es.“

Gibt es einen Nachfolger? Jürgen Künzler: „Soweit ich weiß, ist der Laden schon vermietet.“ kba