Ladenburg

Ladenburg Wohnprojekt „Vielfalt“ ermittelt Architekturbüro

„Gruppe kann sich glücklich schätzen“

„Ich möchte in Puschen in die Gemeinschaftsküche gehen.“ Das ist die „Vision“ einer engagierten Teilnehmerin der Werkstatt der Planungsgemeinschaft „Vielfalt“ mit drei in Frage kommenden Architekturbüros. Der Hausschuh-Wunsch spiegelt humorvoll einen Aspekt des ebenso kreativen wie seriösen Austauschs wider. Bei dem zweitägigen Arbeitstreffen am vergangenen Wochenende im Saal des evangelischen Gemeindehauses in Ladenburg ist das geplante Mehrgenerationenwohnprojekt im Neubaugebiet Nordstadt-Kurzgewann erneut einen Schritt weitergekommen.

„Wir haben gut gearbeitet“, fasst der Ladenburger Fred Hammerschlag als Mitinitiator und -gesellschafter die beiden Tage zusammen. Es gehe um voraussichtlich 50 bis 70 Wohneinheiten, die „wir bis Ende 2020 zur Hälfte sicher mit Menschen belegt haben“. Zurzeit zähle die Gruppe 30 Gesellschafter. Weitere seien willkommen. Bei dem kooperativen Werkstattverfahren sei es darum gegangen, gemeinschaftlich herauszufinden, „mit wem wir weiter zusammen arbeiten wollen“. Von 100 bundesweit tätigen Architekturbüros, die Erfahrung mit gemeinschaftlichem und ökologischem Bauen hätten, seien 30 angeschrieben worden. „Aus zwölf eingegangenen Bewerbungen haben wir drei vorab herausgefiltert“, berichtet Hammerschlag. An diese Planerteams seien drei Teilnehmergruppen mit jeweils bestimmten Fragestellungen herangetreten.

„Es ging noch nicht um perfekte Entwürfe, sondern darum, ob Arbeitsweisen mit unseren Vorstellungen miteinander harmonieren können“, so Hammerschlag. „Das war eine Grundlagenermittlung, um festzulegen, wie die Reise weitergeht“, erklärt der Architekt und Betriebswirt Rainer Kroll als Berater der „Planungsvielfalt“ diese Projektphase. Was könnte klimagerechtes Bauen in 20 Jahren bedeuten? Wie flexibel muss die Grundstruktur des Gebäudes sein, damit es langlebig ist? Ist Holz-, Massiv- oder Hybridbauweise gewünscht? Wie kommunikativ soll das Ganze sein? Um solche Fragen ging es beispielsweise. Die drei Planungsteams präzisieren nun bis Anfang April ihre Konzepte. Auf dieser Grundlage soll dann die Entscheidung für eines der Büros fallen. Das Siegerteam will die „Vielfalt“ dem Gemeinderat vorstellen.

Wettbewerb mit drei Anbietern

„Es sind viele wichtige Themen angesprochen worden, aber es müssen noch viele Planungsprozesse folgen“, erklärt Kroll. „Die Vorbereitung und Mitarbeit war super: Die Werkstatt hat Spaß gemacht“, sagt ein Planer von „werk.um architekten“ (Darmstadt). Außerdem nehmen die Büros „arch.id architektur, quartier, entwicklung“ (Berlin) und „bb22 architekten + stadtplaner“ (Frankfurt am Main) an dem von der „Vielfalt“ ausgelobten Wettbewerb teil. Zum beratenden Gremium gehören neben Kroll auch Stadtbaumeister André Rehmsmeier und Landschaftsarchitektin Ina Große-Wilde, die alle drei am Workshop teilnahmen.

Wie berichtet, räumt der Gemeinderat Ladenburg der „Planungsvielfalt“ die Option ein, den Traum vom gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen auf einem 6700 Quadratmeter großen Areal zwischen Weinheimer Straße, Zieglerwasen und Langgewannstraße im südöstlichen Teil des Quartiers zu verwirklichen. Baugenehmigung und endgültige Zusage der Stadt vorausgesetzt, sagt ein Architekt aus Darmstadt: „Von der 1a-Lage her ist das ein tolles Grundstück, da kann sich die Gruppe glücklich schätzen.“ pj

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