Ladenburg

Ladenburg CDU-Kandidaten unternehmen Rundgang durch die Altstadt / Was wird aus Rheingaustraßen-Ensemble?

Händler-Wunsch: „Weniger Strafzettel“

Wie lässt sich die Innenstadt beleben? Wirken sich Wochenmarkttage positiv auf umliegende Geschäfte aus? Um solche Fragen ging es beim „Kommunalpolitischen Rundgang durch die Altstadt“ mit den Kandidaten des CDU-Stadtverbands zur Kommunalwahl. Rund 20 Teilnehmer wollten aber auch wissen, was sich die Gewerbetreibenden von der Stadt Ladenburg wünschen. Darauf antworteten gleich mehrere Einzelhändlerinnen wie aus der Pistole geschossen: „Weniger Strafzettel vom Dorfsheriff!“

Man wolle mit Inhabern relativ neu eröffneter Geschäfte „ins Gespräch kommen und uns über ihre Erfahrungen informieren“, erklärte Karl-Martin Hoffmann als Sprecher der CDU-Gemeinderatsfraktion. „Die Resonanz der Ladenburger ist noch verhalten: Aus Nachbargemeinden kommen mehr Kunden“, sagte Margherita Blasi Ferreira („Maggis Unverpackt“) am Marktplatz. „Die Altstadt könnte lebendiger sein“, fand sie.

Ob an den Markttagen mehr los sei, fragt Stadträtin Carola Schuhmann. Antwort: „Definitiv!“ In „Ela´s Modeatelier“ schräg gegenüber zeigte sich Inhaberin Manuela Riebel begeistert: „Unser Angebot wird sehr gut angenommen: Wir waren wirklich überrascht, mit welch offenen Armen wir empfangen wurden.“ Die Lebendigkeit der Altstadt nimmt sie als „total klasse“ wahr. Warum es bei ihr denn nichts für Männer gebe, fragte Kandidat Tillmann Jahn. „Weil Herren nicht so kaufwillig wie Damen sind“, erklärte Riebel.

Bevor es in zwei weitere Läden ging, ein Abstecher in die Rheingaustraße: Die CDU verfolge bislang vergeblich das Ziel, den St. Joseph-Kindergarten mit Nachbargebäuden, die größtenteils der Stadt gehörten, zu verbinden, so Hoffmann. Dadurch ließe sich nämlich das bislang zweigruppige Betreuungsangebot innerstädtisch vergrößern und somit obendrein ein belebender Magnet schaffen, weil sich das tägliche Bringen und Abholen der Kinder mit Einkäufen verbinden würde, meinte Hoffmann. Stattdessen setzten Verwaltung und Ratsmehrheit auf Kitas in Neubaugebieten am Stadtrand.

„Wir haben schon 1995 Erweiterungspläne für einen dreigruppigen Kindergarten eingereicht“, erklärte Monika Wolf als Caritas-Kindergartenbeauftragte. „Der Heimatbund wünscht sich seit 20 Jahren, dass mit diesem Gebäudeensemble etwas geschieht“, wusste Schuhmann als Chefin des Geschichtsvereins. Ihre Fraktion fordere eine Prüfung des Machbaren.

Im „Elfenstall“-Kinderladen: „Meine Bilanz nach einem Jahr ist positiv, aber wir haben mit etwas mehr Andrang in der Altstadt gerechnet“, sagte Daniela Rode. Problematisch sieht sie die uneinheitlichen Öffnungszeiten der Läden. Barbara Weckbach („LaLü – Lovely Things) zeigte sich zufrieden und lobte belebende Events wie die „Nacht der Lichter“ (am kommenden Freitag, 17. Mai, wieder). Sie fand: „Auch weitere verkaufsoffene Sonntage wären schön.“ pj