Ladenburg

Ladenburg Johannes-Diakonie Mosbach stellt Heimprojekt vor / Über Bauantrag befindet Landratsamt

Haus am Neugraben zeigt sich offen für Vereine

Mit einem Wohnpflegeheim für 28 behinderte Menschen nimmt ein erstes Projekt im Ladenburger Neubaugebiet Nordstadt-Kurgewann konkrete Formen an: Mitte 2020 soll es mit dem Bau losgehen. Wie das „Wohnangebot mit Tagesstruktur“ der Johannes-Diakonie Mosbach Ende 2021 aussehen soll, stellten Träger und Planer der FWD-Hausbaugesellschaft im Technischen Ausschuss (TA) des Gemeinderats vor. Doch entscheidet letztlich das Landratsamt über den Bauantrag.

„Wir haben dafür drei städtische Grundstücke zur Verfügung gestellt und freuen uns, Sie bald in Ladenburg begrüßen zu dürfen“, sagte Bürgermeister Stefan Schmutz. Das Vorhaben entstehe südlich des zentralen Heizkraftwerks in der Straße Neugraben am Verkehrskreisel Weinheimer Straße. Es sei „zentraler Baustein des Konzepts“, im entstehenden Quartier verschiedene Lebensweisen abzubilden.Wegen der öffentlichen Relevanz werde der Antrag im TA präsentiert.

Die Stadt gebe nur eine Stellungnahme ab, so Schmutz. Als „großen Träger der Behindertenhilfe in Baden“ stellte Vorstandsvorsitzender Martin Adel die Johannes-Diakonie vor. In Kooperation mit dem Rhein-Neckar-Kreis verwirkliche das in Mosbach ansässige Stammhaus mit entsprechenden Fördermitteln in verschiedenen Gegenden Badens die Idee der Teilhabe von Menschen mit Handicap (Inklusion) gemäß Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und der EU.

Vier bis sechs Betreuer

„Wir sind erleichtert, denn es war extrem schwer, etwas Geeignetes zu finden“, sagte Adel. Hintergrund: Bereits seit 2013 steht die Johannes-Diakonie wegen Bauplätzen in Kontakt mit der Stadt. Zwischenzeitlich sollte das Heim am Standort des evangelischen Gebäudekomplexes in der Realschulstraße entstehen. Daraus wurde aus planungsrechtlichen Gründen jedoch nichts. „Die Nordstadt ist der geeignete Ort, um etwas Inklusives hinzubekommen“, sagte Yvonne Jelinek als regionale Geschäftsführerin der Johannes-Diakonie. Dass Inklusion keine Einbahnstraße sein soll, verdeutlichte sie mit diesem Angebot: „Das Haus soll zu gewissen Zeiten geöffnet sein, beispielsweise für Chorproben und Veranstaltungen von Vereinen.“ Dafür eigneten sich zwei 48 und 65 Quadratmeter große Räume der Tagessstruktur. Doch vor allem diene das Angebot 28 Menschen mit „deutlichen körperlichen Einschränkungen“ von 20 bis 70 Jahren. Dazu zähle mindestens ein Platz für Kurzzeitpflege. Ob es noch einen weiteren geben werde, sei derzeit noch in der Diskussion.

Zur Betreuung im Schichtsystem seien jeweils vier bis sechs Personen im Einsatz. Den Knackpunkt des Antrags sprach Architekt Simon Fellmeth (Frankfurt/M.) an: Man benötige eine Befreiung vom Bebauungsplan, was die Gestaltung der Fassade betreffe. Die Stadträte Christian Vögele (CDU) und Max Keller (Grüne) zeigten sich skeptisch und plädierten für eine kleinteiligere Struktur. Keller: „Es sollte nicht so gebaut werden, als wären wir in Frankfurt.“ Alexander Spangenberg (Grüne) mahnte außerdem an, genügend Stellplätze einzuplanen. Regionalleiterin Jelinek weiß: „Das ist immer ein Riesenthema.“ pj

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