Ladenburg

Herstellung von E-Fahrzeugen verursacht CO2-Emissionen

Leserbrief zum Artikel Beim Tanken braucht der Fahrer viel Zeit, „MM“ vom 31. August 2019

Danke für diesen aufklärenden Artikel zum aktuellen Thema „Elektromobilität“. Der Autor macht deutlich, dass beim angestrebten Ziel einer umweltfreundlichen und emissionsfreien Mobilität noch viele Punkte ungeklärt sind. Die Kriterien hohe Anschaffungskosten, schwere Batterien, geringe Reichweite, lange Ladezeiten und unzureichende Infrastruktur stehen der wünschenswerten Nachfrage nach Kraftfahrzeugen mit Elektroantrieb entgegen.

Dem „MM“-Artikel ist zu entnehmen, dass die Erkennbarkeit von Ladesäulen im Vergleich zu herkömmlichen Tankstellen noch sehr zu wünschen übrig lässt. Zudem ist es ein Unding, dass Stellflächen an Ladesäulen von Nicht-E-Fahrzeugen zweckentfremdet werden. Und drittens muss vor Ladebeginn erkennbar sein, wie teuer der „Tankvorgang“ sein wird.

Hier sind der VDA (als Vertreter der Automobilindustrie) und auch die Politik gefordert. Darüber hinaus ist unbedingt zu bedenken: Ladestationen sollten an wohnungsbezogenen Parkplätzen verfügbar sein, damit die Batterien der Fahrzeuge aufgeladen werden können.

Das allein reicht natürlich nicht aus, denn viele Pkw stehen am Straßenrand (sog. Laternenparker). Solange hier keine akzeptable Problemlösung geschaffen wird, werden die Halter dieser Pkw mit Verbrennungsantrieb kaum für Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu gewinnen sein.

Die Lithium-Gewinnung in Südamerika führt dazu, dass die dortigen Landwirte unter dem industriebedingten Wassermangel leiden müssen. Die Regierungen schauen tatenlos zu, weil sie nicht auf die Einnahmen verzichten wollen. Die Automobilindustrie verschließt die Augen, fühlt sich nicht verantwortlich. Etwa nach dem Motto „die Batterien werden uns angeliefert“.

Die in die Batterien eingespeiste elektrische Energie (Primärenergie) muss möglichst umweltfreundlich gewonnen werden. Die Aussage „der Strom kommt aus der Steckdose“ ist nicht hilfreich. Die Herstellung von Elektrofahrzeugen bzw. ihrer Komponenten ist mit CO2-Emissionen verbunden. Sie sind also nicht von ihrer Inbetriebnahme an als umweltfreundlich einzustufen, sondern erst nach einer langen Nutzungszeit.

Noch sehr viel Arbeit

Angesichts dessen muss die Frage erlaubt sein, ob der Elektromobilität wirklich die Zukunft gehört. Ich bin davon überzeugt, dass Elektrofahrzeuge nur den ersten Schritt zu alternativen Antriebssystemen darstellen werden. Es wartet noch sehr viel Arbeit auf Automobilindustrie und Politik. Aber auch wir Verbraucher werden unsere Denk- und Handlungsweise auf Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz ausrichten müssen.

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