Ladenburg

Ladenburg Der Förderverein des Carl-Benz-Museums veranstaltet Tag der offenen Tür

„Hier kann ich schon mal für den Führerschein lernen“

Eintauchen in die Historie des Autos – das ermöglicht das Fest des Carl-Benz-Museums in Ladenburg, bei dem dieses Jahr rund 300 Fahrzeuge ein- und ausfahren. „Wir haben hier rund 200 Jahre Individualverkehr zusammengebracht“, erläutert Winfried Seidel, der Besitzer und Sammler des Automuseums.

Tour mit 37 Autos

Eingeleitet wird das Museumsfest am Samstag mit der Carl-Benz-Classic-Tour von 180 Kilometern, die insgesamt 37 Autos auf die Straße bringt. Unter dem Motto „Bayern erfahren“ kommt ein großer Querschnitt an unterschiedlichsten Autos zusammen. „Da waren Fahrzeuge vom Cadillac Cabrio, bis zum Fiat 500“, berichtet Lutz Amler vom Förderverein des Museums. Während der Tagesfahrt können die Autobegeisterten an Such- oder Geschicklichkeitsspielen teilnehmen. Als ersten Preis gibt es ein Automodell des Blitz-Benz, das in diesem Jahr an Marko Depper und Jens von Gehr geht.

Doch nicht nur am Samstag können die Leute dem Auto näherkommen. Auch am Sonntag bietet das Museum bei einem Tag der offenen Tür einige interessante Möglichkeiten einen Einblick in die Geschichte des Autos zu bekommen. So etwa führt Klaus Maier Demonstrationsfahrten mit einem dreirädrigen Carl-Benz-Patentwagen durch, einem englischen Nachbau vom ersten Fahrzeug der Welt, das schon Berta Benz fuhr.

Die Rennsimulation der „Formula Student“, einer Studierendeninitiative der Mannheimer Fachhochschule, ist vor allem für die jüngeren Besucher spannend. „Unsere Aufgabe ist es, jedes Jahr ein neues Fahrzeug zu bauen, das dann an Rennen teilnehmen kann“, erklärt Julian Obst. Der Masterstudent für Informationstechnik ist seit 2013 im Team. „Wir unterhalten schon eine lange Freundschaft“, freut sich Darin Harvey, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Das Museum selbst stellt eines der Fahrzeuge aus, ein Modell von 2013. Dieses begeistere die Besucher immer wieder, wie Harvey erläutert.

Simulator zieht Jugend an

Für das Museumsfest hat die Hochschulgruppe nun ein Modell aus 2011, DR11-TC, mitgebracht, das 2012 zum Simulator umgebaut wurde. An diesem können Kinder und Jugendliche ihre Autoaffinität unter Beweis stellen. „Hier kann ich schonmal für den Führerschein lernen“, meint der achtjährige Phil. An den Pedalen zu üben, sei für ihn eine richtig tolle Erfahrung. Während sich die etwas Jüngeren also beim Simulator ausprobieren, haben die erwachsenen Gäste die Möglichkeit, durch das Museum zu schlendern oder bei Kaffee und Kuchen das Formel-1-Rennen zu schauen. Doch nicht nur Fahrzeuge mit Motor, auch eine Draisine findet ihren Weg zum Carl-Benz-Museum. Saara Morsch ist eine begeisterte Sammlerin aus Seckenheim, die täglich mit einer ihrer insgesamt fünf Draisinen zur Arbeit nach Mannheim-Mallau fährt.

„Hier gibt es so viele Sachen zu sehen, das finde ich richtig cool“, erzählt der neunjährige Luke. „Mich begeistern aber eher die neueren Autos“, fährt er fort. Ob man nun die neuen oder alten Modelle interessanter findet, eines ist sicher: Beim Carl-Benz-Museum ist wirklich für jeden Autoliebhaber etwas dabei.