Ladenburg

Ladenburg Gemeinderat gibt nach langem Hin und Her grünes Licht für neues Müllfahrzeug / Antriebsakku im Leasingvertrag mitversichert

Im Bauhof geht bald die E-Post ab

Die gute Nachricht vorneweg: Das dringend benötigte neue Müll- und Transportfahrzeug für den Bauhof der Stadt Ladenburg kann bestellt werden. Die schlechte Nachricht: Es hat anderthalb Jahre gedauert, bis es am Mittwochabend im Gemeinderat soweit war und die mehrheitlich beschlossene Haushaltssperre aufgehoben wurde.

Aber dies auch erst nach längerem Hin und Her sowie einer zehnminütigen Sitzungspause. „Unfassbar“, sagte Bürgermeister Stefan Schmutz ironisch, als die Entscheidung für monatliche Leasingkosten in Höhe von 987 Euro (Bruttokaufpreis 58 244 Euro) am Ende sogar noch einstimmig ausfiel, und erntete damit am Ende einen erlösten Lacher im Gremium.

Zunächst jedoch trat die SPD-Fraktion – wie schon 2017 – auch diesmal zunächst für eine preisgünstigere Lösung ein, die auf Eigenrecherchen beruhte. Man sehe zwar „absolut die Notwendigkeit, dass der Bauhof ein neues Fahrzeug braucht“, sagte Bernd Garbaczok, aber eben auch weiterhin die „Notwendigkeit, an manchen Stellen Geld einzusparen“. Und der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung bestehe erneut aus einem „Auto, das groß und teuer“ sei. Allerdings habe eine brandaktuelle Tischvorlage aus dem Rathaus die SPD „kalt erwischt“, räumte Garbaczok ein. So mündete sein Alternativvorschlag auch nicht in einen Antrag seiner Partei. Am Ende erklärte Ilse Schummer für die SPD: „Wir stimmen für den Vorschlag der Verwaltung, weil eine Entscheidung notwendig ist.“

„Anschaffung dringend“

Wie dringend die Ersatzbeschaffung tatsächlich ist, verdeutlichten alle Redner. Seit 2017 sieht die Verwaltung den Bedarf, weil die Beseitigung von „wildem Müll“ kaum noch zu bewältigen ist. Dies bestätigte auch die Analyse des Bauhoffuhrparks bei der Organisationsuntersuchung durch die Gemeindeprüfungsanstalt im vergangenen Jahr.

„Wir brauchen das Fahrzeug für Pflichtaufgaben“, mahnte Schmutz eindringlich. „Wir haben bis zuletzt Angebote eingeholt“, erklärte Stadtbaumeister André Rehmsmeier. Er stellte das Modell eines von der Deutschen Post serienmäßig weiterentwickelten „Streetscooter L“ mit Elektroantrieb vor, das aufgrund des besseren Preis-Leistungsverhältnisses zu favorisieren sei. Man könne auf die Solarladung auf dem Bauhof setzen.

Vom Bauhof getestet

„Ich hatte Weltbewegendes von der SPD erhofft, aber es kam nichts“, sagte Stadtrat Günter Bläß (CDU). Es sei die wirtschaftlichste Lösung anzustreben und nicht die kostengünstigste. So sei es sinnvoll, den vorgeschlagenen Dreiseiten-Müllkipper anzuschaffen. Das 5,70 Meter lange und 1,80 Meter breite Fahrzeug, das der SPD zu groß erschien, wurde „von unseren Leuten vor Ort getestet“, wie Bauhofleiter Harald Kramer als Sitzungsgast in der Pause Stadträten auf Nachfrage bestätigte. „Wir sind für das neu vorgelegte Angebot des Post-Scooters“, sagte der Freie Wähler Sven Ruster. Auf dessen Nachfrage erklärte Rehmsmeier, dass die leistungsfähige Lithiumbatterie beim fünf Jahre laufenden Leasingvertrag mitversichert sei.

Wolfgang Luppe dankte Garbaczok für seine Bemühungen, doch sei das Leasingangebot des Postmodells die bessere Alternative. Dieses „bewährte Fahrzeug der Post“ habe die stärkere Batterie als der ursprünglich von der Verwaltung vorgesehene Goupil G5 Lithium. Beim Vergleich mit Verbrennern müsse man dagegen die günstigeren Betriebs- und Wartungskosten eines E-Fahrzeugs sehen, so Alexander Spangenberg (Grüne). Für 2018 fallen außerplanmäßig rund 6000 Euro an Leasingkosten an.