Ladenburg

Neckar-Bergstraße Corona-Regeln auf Spielplätzen werden weitgehend beachtet / Kontrollen allenfalls stichprobenartig möglich

Immer neue Vorgaben bringen Kommunen an ihre Grenzen

Archivartikel

Rutsche, Schaukel und Klettergerüst: Das fasziniert alle Mädchen und Jungen, weil es Abenteuer bedeutet. Dass ihnen das Corona-bedingt lange verwehrt war, ist vorerst Geschichte: Seit Mittwoch, 6. Mai, sind die meisten Spielplätze nach und nach wieder geöffnet worden. Doch gelten auch hier Beschränkungen: Bunte Aushänge zeigen mit Piktogrammen landeseinheitlich an, was zu beachten ist. Wir haben uns in der Region umgehört, ob die Nutzungsregeln eingehalten werden.

Edingen-Neckarhausen: „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen hält man sich größtenteils an die Beschränkungen“, antwortet Rathaussprecherin Thea-Patricia Arras. Die derzeit nutzbaren 16 Spielplätze in der Doppelgemeinde werden durch den Gemeindevollzugsbediensteten kontrolliert, aber auch die Polizei zeigt Präsenz. Wie überall ist die Anzahl der Kinder begrenzt, die sich jeweils zur gleichen Zeit höchstens aufhalten dürfen. „An jedem Spielplatz hängen entsprechende Beschilderungen aus“, sagt die Frau aus der Stabsstelle Bürgermeister. „Je nach Größe des Spielplatzes dürfen sich dort fünf, zehn oder 20 Kinder gleichzeitig aufhalten, die nicht unbeaufsichtigt sein dürfen“, so Arras. Von großer Bedeutung sei es, dass die „Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll mit den Lockerungen umgehen und im eigenen Interesse sowie im Interesse anderer weiterhin die Verordnungen einhalten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen“.

Heddesheim: „Die Umsetzung klappt“, teilt das Heddesheimer Ordnungsamt mit. Polizeistreifen schauten stichprobenartig nach dem Rechten. „Regelmäßig ist das bei 15 öffentlichen Spielplätze in Heddesheim nicht zu leisten“, heißt es. Es seien jeweils maximal zehn Kinder pro 100 Quadratmeter zulässig. Der Aufenthalt sei jedem Kind beziehungsweise jeder Geschwistergruppe nur mit einer erwachsenen Begleitperson aus demselben Haushalt erlaubt. „Wir fordern alle dazu auf, Abstandsregeln zu beachten und die Plätze sauber zu halten“, sagt Hauptamtsleiter Julien Christof.

Ilvesheim: Wie alle weiteren Kommunen im Verbreitungsgebiet hält sich auch die Gemeinde Ilvesheim an die vom Land empfohlenen Beschränkungen. „Eine eigenmächtige Erweiterung ist auch künftig nicht geplant“, sagt Hauptamtsleiter Marc Schneider, denn er stellt fest: „Die Umsetzung klappt bislang sehr gut.“ Die Benutzer hielten sich auf den elf Spielplätzen weitestgehend an die Beschränkungen. „Leider war es zu Beginn schwierig, da die Vorgaben des Landes oftmals zu spät kamen, aber auch die vorgeschriebene Beschilderung“, übt Schneider Kritik. Die Zugangsbegrenzungen werden nach Möglichkeit auch in Ilvesheim kontrolliert: Mangels personeller Kapazitäten unterstütze das Polizeirevier Ladenburg die Ortspolizeibehörde. „Insbesondere die Alla-Hopp-Anlage, welche äußerst stark frequentiert wird, steht im Fokus.“ Dass dort bis zu 100 Kinder auf einmal spielen dürfen, ist der Spitzenwert in der Region. Auch Schneider appelliert im Interesse der Kinder an die Vernunft aller.

Ladenburg: Bei nicht weniger als 46 Spielplätzen im Stadtgebiet, einschließlich Pumptrack- und Skateanlage, ist es auch in der Römerstadt allenfalls stichprobenhaft möglich, die Vorgaben zu kontrollieren: „Wir setzen auf Einsicht und Eigenverantwortung“, teilt Bürgermeister Stefan Schmutz mit. Die Kapazitäten des Gemeindevollzugsdienstes stießen aufgrund der steigenden Aufgabenfülle der Ortspolizeibehörde durch Landesvorgaben an ihre Grenzen: „Wir sind Ansprechpartner für Eltern, die sich beschweren, dass Spielplätze zu spät geöffnet wurden, und für Bürger, die sich sorgen, dass Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden.“ Die Zahl telefonischer und schriftlicher Anfragen in Bezug auf die Corona-Verordnungen sei enorm hoch. Nicht jede Meldung könne umgehend beantwortet werden. Auch Schmutz appelliert an die Eigenverantwortung.

Schriesheim: „Die meisten Menschen versuchen, die Regelungen bestmöglich einzuhalten, aber bedingt durch die Lockerungen scheint teilweise jedoch auch eine gewisse Sorglosigkeit Einzug zu halten.“ Dies beobachtet Schriesheims Ordnungsamtsleiter Achim Weitz. „Der Gemeindevollzugsdienst hat die Anlagen bei seinen Dienstgängen im Blick“, betont er. Es lägen aus diesem Bereich keinerlei Beschwerden vor. Was Zugangsbegrenzungen betrifft, sei die Zahl der begleitenden Erwachsenen nicht ausdrücklich beschränkt. „In der Praxis scheint es daher keine Probleme zu geben, von extrem überfüllten Spielplätzen ist mir nichts bekannt“, sagt Weitz. Sein Aufruf lautet: „Regeln zum Schutz aller einhalten und wieder Spaß mit den Kindern auf den Spielplätzen haben.“

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