Ladenburg

Ladenburg/Schriesheim Traditionsreiche Athleten der Region arbeiten an der Rückkehr in den Kraftraum / Der ASV wird 120 Jahre alt – der KSV ist etwas jünger

Impftermine bestimmen Ringer-Pläne

Vor 120 Jahren entstand der Athletik-Sport-Verein (ASV) Ladenburg im damaligen Lokal „Zum Rheingau“ in der Zehntstraße zunächst als Ring- und Stemmclub. Dieser Name hatte seine Berechtigung, denn Ringen und Gewichtheben, wie das Stemmen heute längst heißt, waren 1901 bedeutende Disziplinen: Kraftsport und Leibesertüchtigung rangierten – neben Turnen, Leichtathletik und Tauziehen – in der Beliebtheitsskala weit vor dem heute in Deutschland so populären Fußballspiel.

Zum runden Geburtstag seines traditionsreichen Vereins wünscht sich der Vorsitzende Joachim Loose die „Rückkehr in den Kraftraum“, wie er auf Anfrage der Redaktion mitteilt. Trotz der wahrscheinlichen Verlängerung der Maßnahmen gegen das Virus hofft er, demnächst zumindest das Training wieder aufnehmen zu dürfen.

Zwei große Ziele in diesem Jahr

„Es ist frustrierend, wenn man nur die Profisportarten im Fernsehen betrachten und selbst nichts machen darf“, sagt Loose. Alle Breitensportlerinnen und -sportler wollten sich wieder Ziele setzen und darauf hinarbeiten können.

Deshalb bereite der ASV im 120. Jahr seines Bestehens zwei große Veranstaltungen im Gewichtheben vor: Bereits am 22. Mai stehe die Süddeutsche Meisterschaft für Kinder, Schüler und Jugend, und im August das 10. Walter-Engel-Turnier im Freien auf dem Programm.

Den ASV-Ringern, die ebenso von Anfang an dabei sind, gilt die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften (DM) der B-Jugend vom 1. bis 3. Oktober als Jahreshöhepunkt. Die ursprünglichen Termine 2020 und Ende März dieses Jahres hat der Dachverband in den kommenden Herbst verschoben.

Mit ausschlaggebend dafür: Die Ankündigung der Bundesregierung, dass bis Sommer ein Impfangebot für viele Bürger vorhanden sein soll. „Somit könnten auch Fans zugelassen werden“, sagt Ringerchef Herbert Maier.

Doch ist es nicht gewagt, davon auszugehen? Immerhin ist Ringen eine Kontaktsportart, und es ist bereits die Rede davon, dass erst Ende September ein Großteil der Bevölkerung geimpft sein könnte. „Ich denke positiv“, nimmt Maier zu diesen Bedenken Stellung. Ob es Einschränkungen bei der Durchführung gebe, bleibe abzuwarten. Man bekomme seitens des Deutschen Ringerbunds Unterstützung beim Erstellen eines Hygienekonzepts. Und schließlich seien die DM der Frauen und Männer bereits für Juli geplant, weil es da um Olympiaqualifikationen gehe.

„Irgendwann müssen Planungen erfolgen, aber falls 2021 nichts durchgeführt werden sollte, können wir und andere Sportarten den Laden abschließen“, glaubt Maier. Er hat jedoch einen Plan B in petto: „Falls im Oktober doch ein Ausschluss von Zuschauern erfolgt, ist ein Live-Stream der Titelkämpfe im Internet angedacht.“

Nur zwei Jahre jünger als der ASV ist der 1903 gegründete Kraft-Sport-Verein (KSV) in Ladenburgs Nachbarstadt Schriesheim. Auch dort läuft die Vorbereitung der Ringersaison auf Hochtouren: „Ich denke, dass diese bis spätestens Ende Februar abgeschlossen sind“, sagt der neue KSV-Sportbeauftragte Peter Schmitt. Das Personal der 1. Mannschaft zu rund 70 Prozent. Ab Mai plane der Gesamtverein unter anderem, nach 15 Jahren wieder ein allgemeines Kindersportangebot einzuführen. Fazit: Die Kraftsportler der Region stehen in den Startlöchern.

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