Ladenburg

Ladenburg 13. Auflage von "Drachen im Fluss" verläuft fast reibungslos / Fody's Ringerteam verteidigt Titel in der Königsklasse "Open"

In Lockenwicklern zum Kostümpreis

"Wettkampfstimmung und Urlaubsgefühle" - das macht für Bürgermeister Stefan Schmutz die Atmosphäre des Drachenboot-Rennens in Ladenburg aus. So genoss er seine Startpremiere im "Stadtdrachen". Und lernte schnell, worauf es auch im knapp 20-köpfigen Paddelteam von Verwaltung und Bauhof ankommt: "Die Kunst ist es, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden."

60 Mannschaften waren bei der 13. Auflage von "Drachen im Fluss" dabei und gaben auf der 250 Meter langen Rennstrecke alles. Dank Kostümwettbewerb und zwei Strandpartys am Ufer und auf der Festwiese kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Aufgrund eines Schiffsunfalls kam es zu einer kurzen Unterbrechung (siehe weiteren Artikel).

"Das ist ein Riesenspektakel und ein tolles Event zur Teambildung", sagte Schmutz und richtete ein "dickes Kompliment an die Veranstalter." Damit waren die vielen Frauen und Männer vom örtlichen Fußball-Verein (FV) 03 gemeint, die nach dem Drachenbootauftakt im Grünprojektjahr 2005 den Wassersport für sich entdeckten und seit 2006 bei dieser Regatta Regie führen. Besonders "aufregend" war es für diesmal für Marius Steigerwald: Der frisch gebackene Abiturient absolvierte neben Nicola Sawinski und Julian Sura seinen ersten Einsatz als Steuermann unter Rennbedingungen.

"Es macht Spaß, das Gelernte umzusetzen, auch wenn es manchmal nicht leicht ist, die schweren Boote samt 20-köpfiger Besatzung gerade und auf Kurs zu halten", sagt der 18-Jährige. Doch es hat alles geklappt: "Aller Anfang ist schwer, aber unsere Neuen im zwölfköpfigen Team haben es wirklich gut gemeistert", sagte Frank Meiritz, Chef der FV-Drachenbootabteilung Römer Dragons und erfahrener Steuermann. Und so war gestern Abend wieder lauter Siegjubel zu vernehmen. Den Titel in der Königsklasse "Open" hat Fody's Ringerteam verteidigt. Die Sieger in der Kategorie "Mix" heißen Grounder. Unter den Frauen hatte "Super Mario Bros.: Jump 'n' Paddle" die Nase vorn. Fast noch größer fiel die Begeisterung der Teams aus, die am Vorabend für das beste Kostüm und den besten Auftritt prämiert wurden.

Den diesjährigen Performancepreis gewannen die "Chaos Queens" aus Seckenheim. Der Freundinnenkreis um Uta Lenz war zum ersten Mal in der Frauenklasse am Start. "Wir sind lauter Mädels von Ü20 bis Ü50 und unserer Treffen laufen immer chaotisch ab", erklärte die Kapitänin überrascht vom Erfolg. In Negligés als Renndress und mit eingedrehten Haaren sangen sie umwerfend "Lockenwickler, roll, roll, roll" - und gewannen so auf Anhieb den Performancepreis. Teils als bessere Hälften der Männer aus dem Team des Karnevalsvereins "Die Zabbe" sind die Damen eben kampagnenerprobt. "Toll, was sich die Teams jedes Jahr einfallen lassen", freute sich FV-Helfer Jürgen Storch über die Kostüme. "Hut ab vor den Organisatoren", gab Hubertus Edinger das Kompliment zurück. Sein Gehörlosen-Team nahm zum dritten Mal teil. Diesmal erlangte es als "Deaf Feuerstein Family" den zweiten Platz beim Performancepreis. "Wir fühlen uns hier sauwohl", sagte Edinger. Sein Steinzeitgefährt schenkte das Team einem kleinen Jungen. "Alle sind super nett", meint Peter Pack, der als Fotograf der Gastgeber seit 2010 an zwei Tagen und inzwischen ehrenamtlich rund 6000 Bilder macht, "weil ich dieses Event einfach toll finde". Extralob von Meiritz hörten auch Agnes Matulla (Rennplan) und Susanne Brenneis (Programmheft). "Da sitzen wir jeweils schon ein paar Tage dran", stapelte die beruflich als Controllerin tätige Matulla aus dem Rennleitungsteam um Christian Gebler tief, zu dem auch Uwe Bayer und Sandra Wichmann zählen. Letztere ist die frühere Lebensgefährtin des bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückten Jugendtrainers Thomas Hubbuch, auf dessen Spitzname "Zagg" kürzlich ein FV-Boot getauft wurde. Wichmann hat sich vorgenommen, in Hubbuchs Fußstapfen zu treten: Sie trainiert jetzt das Nachwuchsboot "Dragon Teen Spirit" zusammen mit Nicola Sawinski, die, wir erwähnten es, ihre Steuerlizenz erworben hat. Was Nicola besonders freute: "Ich habe heute das erste Rennen des Jugendteams auf dem Zagg-Boot gesteuert."

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