Ladenburg

Ladenburg „Haus Mirabelle“ am Neuweg soll schnellstmöglich wachsen dürfen / Gemeinderat ebnet einstimmig den Weg

Ja zu Sanierung und Neubau

Bereits seit 1954 besteht in einem ehemaligen Abbaugebiet am Neuweg in Ladenburg eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Das heutige „Haus Mirabelle“ des Bezirksverbands Baden der Arbeiterwohlfahrt (AWO) befindet sich „seit geraumer Zeit in einem desolaten baulichen Zustand und entspricht nicht mehr den Anforderungen einer stationären Jugendhilfe“. So heißt es in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung. Der Gemeinderat setzte am Mittwochabend einstimmig den ersten Schritt zur Lösung des Problems.

„Wir brauchen dringend eine Erweiterung und würden uns freuen, wenn wir schnellstmöglich bauen dürften“, sagte Einrichtungsleiterin Silke Oertelt am Tag zuvor händeringend im Gespräch mit dem „MM“. Erste Sanierungsarbeiten in den bestehenden Wohngruppen liefen bereits. Oertelt betonte: „Für unsere heilpädagogisch-therapeutischen Kinder und Jugendlichen mit deren besonderen Bedürfnissen sind diese Baumaßnahmen erforderlich, um die Qualität innerhalb der Konzeption und der Arbeit des Hauses auf höchstes pädagogisches und therapeutisches Niveau zu bringen.“ Deshalb und um von drei auf vier Wohngruppen aufstocken zu können, soll auf einer baumumstanden Wiese an den Parkplätzen im Norden des Geländes ein Neubau entstehen. Zudem ist ein Anbau an einen Gebäudeflügel im Süden geplant. Das Problem: Aufgrund der Lage im Außenbereich ist nach Auskunft des Baurechtsamts des Rhein-Neckar-Kreises zunächst ein Vorhaben- und Erschließungsplan erforderlich. Vorhabenträgerin, die auch die Kosten für das Planverfahren übernimmt, ist die AWO. Die Planungshoheit liegt jedoch bei der Stadt.

„Ich möchte, dass alle Jugendlichen möglichst schnell optimierte Räume vorfinden“, betonte Bürgermeister Stefan Schmutz am Mittwoch. So werde der Durchführungsvertrag zwischen AWO und Stadt als so genanntes „Geschäft der laufenden Verwaltung“ abgeschlossen, also ohne dass sich ein Ratsausschuss damit befassen muss. Planer Peter Fischer (Stadtplanung + Architektur, Mannheim) erläuterte den Entwurf, der bereits (nicht-öffentlich) Thema im Technischen Ausschuss war.

Fraktionen begrüßen Vorhaben

Alle Fraktionssprecher würdigten die gesellschaftlich wichtige Arbeit im „Haus Mirabelle“. Man wolle den „Prozess wohlwollend begleiten“, sagte Karl-Martin Hoffmann (CDU). „Auch an uns scheitert es nicht“, erklärte Ilse Schummer (SPD). Die Erweiterung sei „sehr notwendig“, fand auch Gudrun Ruster (Freie Wähler). „Da die Probleme auf diesem Sektor der Jugendhilfe wachsen, begrüßen wir das Vorhaben“, so Alexander Spangenberg (B’90/Grüne). Wolfgang Luppe (FDP) schloss sich „allen Vorrednern voll und ganz an.“ Nun werden Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange wie Landwirtschaft und Naturschutz angehört. Umwelt- und Bodengutachten sind in Arbeit.