Ladenburg

Ladenburg Konzert des Corelli-Ensembles in der evangelischen Stadtkirche

Jubelsturm nach feurigem Finale

„Da muss ich raus“, sagte Monika Kulczinski, die Präsidentin des Richard-Wagner-Verbands Mannheim, als ein paar Dutzend Corelli-Freunde Einlass begehrten, obwohl die evangelische Stadtkirche Ladenburg voll besetzt war. Laut Bürgermeister Stefan Schmutz ist die Empore aus feuerpolizeilichen Gründen gesperrt. Bekanntlich kooperiert der Verband mittlerweile mit der Stadt Ladenburg in Sachen Corelli-Konzerte, und da bringt Monika Kulczinski in Notfällen selbstredend ihr sprichwörtliches Organisationsgenie ein. Im Nu hatte sie die Platzsuchenden irgendwie untergebracht.

Das diesjährige Herbstkonzert des seit 37 Jahren bestehenden Corelli-Ensembles Ladenburg/Mannheim beschritt insofern zumindest einen neuen Weg, als statt der mittlerweile „aufgebrauchten“ Concerti grossi des Namenspatrons nun ein solches von Altmeister Georg Friedrich Händel, und zwar jenes in F-Dur opus 6 Nr. 2 ertönte.

Prächtige Überleitungskadenzen

Klar, dass der relativ neue Chefdirigent Leo Krämer als langjähriger Speyerer Domkapellmeister und –organist das Werk vom Cembalo aus leitete, mit prächtigen Überleitungskadenzen glänzte und den Dialog zwischen dem solistischen Concertino – Robert Frank und Michael Leitz, Violinen, und Johanna Middendorf-Dölger, Cello – und dem Ripieno-Orchester souverän koordinierte.

Dann der traditionelle Höhepunkt des Konzerts: ein Violinkonzert mit dem Solisten Robert Frank. Seit er 1983 als frischgebackener Erster Konzertmeister des Mannheimer Nationaltheaterorchesters nach Ladenburg zog und auch sofort ins Corelli-Ensemble eintrat, hat er fast in jedem Jahr ein Solokonzert gespielt. Dabei beweist er stets eine unglaubliche

Stilsicherheit – ganz gleich, ob er Bach oder einen Romantiker spielt. Diesmal also das Konzert für Violine und Streicher in a-Moll BWV 1041, nach dessen technisch brillanter und mit warmer Empfindung gespielter Wiedergabe Solist, Dirigent und Begleitensemble lautstark und herzlich gefeiert wurden.

Eher noch begeisterter applaudierten die Zuhörer nach der mit großem, blühendem Ton, im bewegten Allegro-Teil mit vorwärts drängendem Impetus interpretierten Romanze in G für Violine und Orchester von Johan Svendsen.

Ehrensache für den stets bescheidenen Künstler Frank, dass er nach seinen bravourösen Soloauftritten für die abschließende Sinfonie in A-Dur Nr. 29 KV 201 von Mozart an seinen Führungsplatz im Orchester zurückkehrte. Mit leichter Hand und ansteckendem Temperament leitete Krämer den Mozart’schen Geniestreich, nach dessen feurigem Finalsatz sich ein wahrer Jubelsturm erhob.

Um Zugabe gebeten

Bürgermeister Schmutz, der nach nur zwei konzertanten Begegnungen mit „seinem“ Ladenburger Ensemble schon ein echter Fan zu sein scheint, dankte mit großer Herzlichkeit und erbat eine Zugabe. Das bestens gestimmte Orchester gewährte deren zwei, noch einmal den brillanten Finalsatz von Mozart und einen rassigen Argentinischen Tango aus der Feder des Cellisten Eginhard Teichmann, der dem Corelli-Enemble seit der Gründung 1981 angehört.