Ladenburg

Ladenburg Liederkranz hochzufrieden mit Aktivitäten zum 175-jährigen Bestehen / Konzert des Frauenchors am 20. Oktober

Jubiläum ein „Riesenkraftakt“

Nach der Feier ihres 175. Jubiläums im vergangenen Jahr ziehen die Aktiven des Ladenburger Gesangvereins Liederkranz erschöpft, jedoch überwiegend hochzufrieden Bilanz. „Es war arbeitsintensiv, aber überaus erfolgreich, und der Aufwand hat sich gelohnt – auch finanziell“, betonte Jörg Boguslawski bei der Hauptversammlung im Kaiserkeller. „Wir haben es richtig krachen lassen und konnten richtig etwas reißen für Ladenburg“, zog auch Konrad Roschmann als Sprecher des Männerchors begeistert Bilanz.

Genauso sah es Gabi Lux von den Sängerinnen. Obendrein kündigte sie angesichts des zehnten Geburtstags von „FrauenTerz“ strahlend an: „Wir feiern weiter.“ Denn die 48 Liederkranz-Ladys treten zum Jahrestag der Gründung ihrer Gruppe am Sonntag, 20. Oktober, im Glashaus auf. Ihre 25 männlichen Gegenüber proben derweil für den Besuch in Ladenburgs Kärntner Partnergemeinde Paternion ab Ende Mai.

In der Hauptversammlung stand das große Jubiläum 2018 noch einmal im Mittelpunkt. Glanzlichter: Jubiläumskonzert, für Boguslawski der „Höhepunkt“, SWR4-Schlagerparty mit rund 1000 begeisterten Besuchern, Chorfest („rundum perfekt“), „Rockbierprobe“ (wegen des Erfolgs zweite Auflage 2019) und „sehr bewegendes“ musikalisches Gedenken an verstorbene Sangesbrüder. Auch Dirigentin Sabine Dietenberger hatte trotz „Riesenkraftakts viel Spaß“. Jugendleiterin Jutta Amberger führte aus, wie 35 Kinder eingebunden waren und jetzt wieder Luft ist für Zuwachs.

„Ich bin mit dem Jubiläum sehr zufrieden“, sagte Boguslawski, wollte jedoch nicht verbergen, dass es auch Nerven gekostet hat. So sei die ausnahmsweise Absage der närrischen Singstunde „Ladeberger Fasnacht“ als „Erholungspause“ anzusehen. Er lobte die Dirigentin, Veranstaltungschef Andreas Lange und das Vorstandsteam. Sein Dank galt allen Helfern aus den eigenen Reihen sowie von der Stadtverwaltung und dem Bauhof. Doch äußerte Boguslawski auch Kritik: Bis heute sei es „nicht zu verstehen“, dass Bürgermeister Stefan Schmutz, den er grundsätzlich schätze, dem Jubelauftakt im Domhof mit Verlagschef Mathias Döpfner ferngeblieben sei. „Beschämend“ auch, so Boguslawski, dass weder Schmutz noch Stellvertreter die abschließende Gedenkstunde besucht hätten. Da dürfe sich Schmutz nicht über einen zunehmenden Mangel an ehrenamtlichem Engagement wundern.

Boguslawski hatte noch mehr auf dem Herzen: Brandschutzauflagen machten allen Aktiven das Leben schwer. Intern bedauerte er, dass die Beteiligung etlicher Mitglieder an eigenen Festen zu wünschen übrig lasse, auch wenn der „lebendige Verein“ großenteils engagierte Leute habe. Schade sei, dass sich der rund 230-köpfige Liederkranz „sehr wenig an Chorfesten anderer Vereine beteiligt“. Zwei Jahre vor der nächsten Chef-Wahl deutete Boguslawski Amtsmüdigkeit an: „Ich könnte mir gut vorstellen, nicht mehr zu kandidieren.“ Erleichtert klingender Beifall, als er hinterherschob: „Aber vielleicht ändert sich ja noch meine Meinung.“

Höhere Beiträge ab 2020

Bei zwei Gegenstimmen beschloss die Versammlung, ab 2020 die Beiträge zu erhöhen, um ein seit Jahren bestehendes strukturelles Defizit der Finanzen zu beheben. Ab 2020 zahlen Erwachsen 90 Euro (jetzt 70 90 Euro) jährlich, Kinder 70 Euro (40). Passive Mitglieder zahlen weiterhin 35 Euro pro Jahr. Zuvor hatte Franz-Josef Kasper als Rechnungsprüfer nach dem Bericht von Kassier Lucas Zimmermann erneut darauf hingewiesen: „Wir müssen was tun, weil wir finanziell am Altstadtfest hängen wie an einem Tropf.“ pj