Ladenburg

Ladenburg 23 Lokalmatadore beim Dressurturnier des Pferdesportvereins / Wettbewerbe noch bis Sonntag

Julia und Nikolaus Kühn erfolgreich

Archivartikel

Für die fleißigen Helfer des Pferdesportvereins Heidelberg-Ladenburg (PSV) heißt es noch bis Sonntag: „Im Arbeitstempo antraben!“ Scherz beiseite: Genauso lautet vor allem eine der Aufgaben, die rund 300 Dressurreiter je nach Schweregrad der Prüfung auf der Anlage im Kirchfeld zu absolvieren haben. Wie schon beim Springreiten am vergangenen Wochenende, so gibt es jedoch auch beim zweiten Teil des 2. Hans-Joachim-Braun-Gedächtnisturniers hinter den Kulissen viel ehrenamtliche Arbeit zu tun. Auf die Zuschauer wartet erstklassiger Rennsport.

Dafür stehen auch Julia und Nikolaus Kühn. Das Ehepaar zählt zu den 23 Lokalmatadoren aus den Reihen des gastgebenden Vereins. Schon an den beiden ersten Turniertagen gewannen sie Siegerschleifen. Während er im Stallteam mehr für den Jungpferdebereich zuständig ist, sitzt sie auch bei der anspruchsvollen Zwei-Sterne-S-Prüfung heute um 14.30 Uhr im Sattel.

Seit 2011 ein Paar

Die aus Mannheim stammende, 33-jährige Pferdewirtschaftsmeisterin hat ihre Ausbildung mit der Stensbeck-Plakette abgeschlossen und das Goldene Reitabzeichen mit über 30 Siegen in der S-Klasse erworben. Ihr Mann studierte Agraringenieurwesen an der Universität Hohenheim, bevor er über das Gestüt Tannenhof wieder in die Praxis kam.

„Dort haben wir uns auch kennengelernt“, erzählt der aus Heidelberg stammende 40-Jährige. Seit 2011 sind die Profireiter ein Paar. Im Jahr darauf gründeten sie den Verkaufs- und Ausbildungsstall Kühn. Und seit April 2016 ist dieser auf dem Hof von Heinrich Hack im Dossenheimer Ortsteil Schwabenheimer Hof beheimatet.

Vor einem Jahr wurde er und seine Frau erstmals Eltern. „Das alles unter einen Hut zu bekommen, klappt sehr gut, weil es in Mannheim und Handschuhsheim sehr aktive und fitte Großeltern gibt“, erklärt Kühn schmunzelnd.

Deshalb und aufgrund der räumlichen Nähe hat das Ehepaar an vier Tagen in Ladenburg zehn Pferde am Start. „Das ist ein Turnier im Aufwind, das hohe Pferdequalität, gute Reiter und ein weitläufiges Gelände bietet“, beurteilt Kühn die Voraussetzungen. Es gehe insgesamt angenehm familiär zu und gleichzeitig scheue der Verein weder Kosten noch Mühen, bis hin zu Drei-Sterne-S-Prüfungen für optimale Bedingungen zu sorgen – auch im gastronomischen Bereich.

Mit dem Pferd des Vaters

Für das Stallteam Kühn ist die heutige Zwei-Sterne-Prüfung der Höhepunkt dieses Heimspiels. Daran nimmt Julia Kühn mit dem neunjährigen Württemberger „Diddle Dee“, dem Pferd ihres Vaters, teil, weil die eigenen Rösser erst für noch höhere Weihen reifen müssen.

Morgen um 14 Uhr steht dann der absolute sportliche Höhepunkt mit drei Sternen an. Die zweitschwerste internationale Prüfung Grand-Prix de Dressage verlangt selbst einem hochkarätigen Teilnehmerfeld viel ab.

Das Dressurreiten hat das sogenannte rittige Pferd zum Ziel, das auf minimale Signale („Hilfen“) hin zum exakten Ausführen einer gewünschten Aufgabe („Lektion“) veranlasst werden kann. Die dressurmäßige Ausbildung des Pferdes stellt die Grundlage jeder reiterlichen Betätigung dar. pj